24 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. N.. 3.
Sodann referirt Herr Petersen über die vom Photographischen Verein in Berlin anlässlich der dort weilenden Delegirten einberufene Extraversammlung. Besonders erwähnt derselbe eines Vortrages. den Herr Dir. Schultz-Hencke gehalten habe, über Photographiren innerer Organe beim lebenden Menschen mittels elektrischer Glühlampen. Der Vortrag wurde durch Zeichnungen sehr eingehend erläutert.
Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Morrison hatte die Gesellschaft einen Theil der Worlds Fair Photographea zur Verfügung. Der an wesende
Herr Morrison erklärte in ziemlich erschöpfender Weise das gepannte Werk.
Selbiges ist von der Chicagoer Ausstellungscommission officiell herausgegeben, stellt die Ausstellung in ihrem ganzen Umfange dar und ist in Autotypie in
vorzüglicher Weise ausgeführt. Herr Petersen dankt Herrn Morrison für ge-
habte freundliche Bemühungen.
Von Herrn Dir. Lüders gelangen Papier-Stereoskopen aus dem Jahre 1860 zur Vorlage. Herr Bimpage macht bierzu die Bemerkung, dass diese alten Bilder uns den besten Beweis geben, in wie penibler Weise früber gearbeitet worden sei, glaubt aber auch, dass die nun zur Verwendung kommenden Materialien von nicht so guter Beschaffenbeit seien, wie die früheren, besonders sei dieses wohl bei dem Carton der Fall. Hierzu erwähnt Herr Dahlström, dass früher Cartons nur aus Lumpen hergestellt worden seien. nunmehr aber hauptsächlich aus Holzstoff, der durch Chlor gebleicht sei, dann werde dieses wieder durch Antichlor entfernt; letztere Manipulation werde aber jedenfalls nicht in genügender Weise vorgenommen, das noch vorhandene Antichlor bedinge dann din schnelleres Verbleichen der Photographieen. Herr Gerlich pfichtet dem von Herrn Dahlström Gesagten vollkommen bei, ist aber der Ansicht, dass unserem jetzigen im Handel befindlichen Albuminpapier ein beträchtlicher Theil der Schuld beizumessen sei, früher sei die Schicht dick und geschmeidig gewesen, heute jedoch selbst bei dem doppeltalbuminirten dünn und spröde,
Herr Schaem bemerkt, dass zur jetzigen Anfertigung unseres Albuminpapiers
wohl bauptsächlich anderes Albumin als Hühnereiweiss verwendet würde. Herr Kleiner schlägt vor, gegen die jetzige Anfertigung des Albuminpapiers
Front zu machen, Herr Petersen findet es jedoch richtiger, sich deshalb mit
einer leistungsfähigen Fabrik in Verbindung zu setzen, um von dieser dann vorzügliches Papier zu erhalten.
Herr Ephraim, luhaber der Firma Hundt& Co., hier, zeigt und erklärt einen Momentverschluss von Anthony in New-York; derselbe sei für Atelier- Cameras. Der Hauptvortheil dieses Momentverschlusses besteht darin, dass das Licht von allen Seiten gleichzeitig auf die Platte wirken soll. Ebenfalls besteht ein grosser Vortbeil dieses Verschlusses darin, dass man denselben mittels der daran befindlichen Klemmvorrichtung an verschieden grossen Ob- jectiven benutzen kann. Der Preis beträgt 20— 30 Mark.
Herr Dr. Hesekiel hatte eine Collection auf dem von ihm in den Han- del gebrachten Kornplatin- Papier eingesandt; dieselbe erregt allgemeines Interesse.
Herr Dahlström legte Wachspapier-Negative aus den fünfziger Jahren vor. Dieses Verfahren ist ein ziemlich unbekanntes. Man erzielte trotz langer Expositionszeit sehr scharfe Aufnahmen. Die Expositionszeit war eine sehr schwankende. Im Atelier nass angewendet 1— 1 ½ Minuten, während Auf⸗ nahmen im Freien bei Sonnenlicht auf trockenem Wege 15— 30 Minuten Expo- sitionszeit erforderten.
Herr Franke, Bad Oeyuhausen, bittet um Prüfung seines Kollodionpapiers. Herr Petersen hat infolgedessen verschiedene Probeabdrücke gemacht und findet, dass das Papier im getrennten Tonbade ein leicht tonendes, geschmeidiges, fast gar nicht zurückgehendes Papier ist, der Ton sieht dem des Albumin- papiers ähnlich. 1J.
Herr Köster verliest einen Prospect des sogenannten Zukunftsateliers. Die Versammlung konnte aus den vorliegenden, nach diesem Verfahren ange- fertigten Photographieen nicht den Eindruck gewinnen, welchen der Prospect verbeisst.
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