Jahrgang 
1894
Seite
14
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14 Deutsche Photographen-LZeitung 1894. Nr. 2.

gefallen ist mir hier nichts Besonderes abgesehen etwa von einer nicht immer ganz aufmerksamen Arbeit in der Eckbildung. Die Firma bat sich auch auf das ausgedehnt, was wie jch vorher schon erwähnte mit dem Rahmenwerke zusammenhängt und zusammengehört: die innere Montirung, das Passepartout.

Da ist auch eine hübsche Auswahl solcher Rahmen-Ein- oder Bild-Auflagen von Otto Schwarz, Karlsruhe, hergeschickt worden, die, wie mir scheint, zwar auch gerade keine überraschenden Neuheiten bietet, aber durch sorgfältige Arbeit sich vortheilhaft einführt.

Manches hierher Gehörige findet sich auch in den Collectivausstellungen, namentlich derjenigen der Firma Fr. Hundt& Co., Hamburg: eine grosse Anzahl Visit- und Cabinet-Cartons, die ich ihrer mannigfachen und ge- schmackvollen Musterungen wegen nicht anstehen möchte für die Pièce de resistance der Hundtschen Ausstellung zu erklären.

Sodann gebe ich zu einem Gegenstande über, der eigentlich auch ganz ausserbalb der Beurtheilung an dieser Stelle stand, nämlich zu dem elektri- schen Retouchirapparate von A. Knauf, Hildesbeim. In diesem wird dem Stifte eine vibrirende Bewegung ertheilt, während bei dem Schnapekschen Apparate bekanntlich der umgekehrte Weg verfolgt ist, dass nämlich die Platte. auf einer vibrirenden Zunge ruhend, dem gewöhnlichen, wie sonst mit der Hand geführten Stifte entgegen schwingt. Ich darf Sie an die lebhafte Discussion erinnern, die über diese nicht ohne erkennbare Tendenz von den Gegnern sogenanntenRetouchir-Maschinen in der Fachpresse entstanden ist. Die Sache liegt einfacher und klarer, als es nach den Gewaltsamkeiten des vielfach aufgewandten Pathos scheinen sollte. Es hätte vielleicht nicht gescheut werden dürfen und mag daher an dieser Stelle nachgeholt werden, die selbstverständliche Voraussetzung zu betonen, dass der Retouchir-Apparat gleichviel, welcher nicht als unumgängliches Werkzeug für die ganze und jede Retouche betrachtet werden soll und kann so wenig wie alle und jede Retouche mit demselben Bleistift oder überhaupt nar mit Blei(am klügsten und am besten) gemacht wird. Das Feld der Apparate ist die Flächenbearbeitung.

Dass hier aber durch diese Apparate eine gewisse Erleichterung der Retouche zu erzielen ist, sollte billig nicht immer nur in Abrede gestellt werden, da es handgreiflich ist; ganz ebenso wie der zur Genüge hervorgehobene Umstand, dass diese Erleichterung wie jede durch Hilfsmittel der Arbeit gewährte Demjenigen zu Gute kommt, der überhaupt retouchiren kann, der auch sieht und zu beurtheilen versteht, was er macht. Es heisst wirklich ungebührliche An- forderungen an die Geduld stellen, wenn in dieser Angelegenbheit von gewisser Seite immer so argumentirt wird, wie es gar nicht so übel wäre, wenn behauptet wäre, dass es Apparate gebe, welche die Retouche selbstständig, oder wenigstens ohne Kuustfertigkeit und Kunstverständniss des Arbeitenden machten. Von etwas Derartigem ist natürlich keine Rede; es kann sich immer nur um Vereinfachung der Hantirung handeln, mit deren Hilfe man schneller und bei einer gewissen mechanischen Gleichmässigkeit der gerade geforderten Leistung das kommt doch wohl recht häufig vor! auch besser zum Ziele kommt.

Soweit es nun gestattet ist, ohne sehr eingehen de und auch unmittelbar ver- gleichende Versuche bei einigen hier aus freier Faust angestellten Proben entstand unter dem Stifte ein Strich, an welchem selbst bei vierfacher Ver- grösserung keine Auflösung in Punkte wahrnehmbar war! ein Urtheil über den ausgestellten Apparat abzugeben, wäre ich geneigt, ihn für weniger zweck- entsprechend als den Schnapekschen zu halten; schon weil bei diesem Letzteren das in der Hand geführte Werkzeug das gewöhnliche und ganz nach Belieben zu wählende ist, und demselben nicht die beschwerende und verwirrende Schleppe des Leitungsdrahtes anhaftet. Sonst mag es vielleicht auf Dasselbe hinauskommen, ob der Stift vibrirend gegen die Platte oder diese vibrirend gegen den Stift schlägt, obgleich ich glaube, dass in jenem Falle, da ja die

doppelte Anzahl von Stössen nicht bloss beim Zusammentreffen von Platte und Stift, sondern auch jedesmal dazwischen, bei der Umkehr des Stiftes wieder nach der Platte hin, in der Hand zur Empfindung kommt, die mög-

jiche Nervenirritation beim Gebrauche des Apparates grösser ist. Darauf dürfte

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