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Wir erhalten häufig von Seiten unserer Leser und gelegentlichen Mitarbeiter
Neuheiten eingesandt, von denen wir im Allgemeinen, wenn es nicht lediglich Gebeimmittel u. dergl. sind, nur kurz Notiz nehmen unter Aofübrung der betr. Neubeit. Für den Fall aber, dass die Neuheiten besonderer Natur sind, nehmen wir gern Veranlassung, dieselben ausführlich zu beschreiben und das geschieht auch biermit mit den uns von der Firma Friedheim& Sohn in Berlin eingesandten waschbaren Glacé-Cartons.
Es dürften sich diese Cartons sowohl für Fachpbotographen wie auch für Liebhaber wohl geeignet zeigen. Die verschiedenen Arten der Cartons, die in der Photograpbie zum Aufkleben von Bildern verwendet werden, sind wohl allen Lesern bekannt. Die Glacé-Cartons werden ja häufig wegen ihres hoben Glanzes und eleganten Aussehens zum Aufkleben der Bilder benutzt. Leider aber ist bierbei ein Uebelstand, der häufig von unangenehmem Einfluss ist und namentlich beim Aufziehen zu grosser Vorsicht veranlasst. Wir meiven,
dass bei einem Aufkleben auf Glacé-Carton die geringste Feuchtigkeit, welche
ausserhalb des Bildes auf den Carton gelangt, dort zu Flecken und unansehn- lichem Ausschen Veranlassung giebt. Der Kleister selbst, welcher an den Kanten der Bilder beim Aufdrücken derselben beryvortritt, giebt nach dem Trocknen leicht matte Ränder. Hàufig werden auch neben dem Glanz noch die Farben des Cartons verändert. Derartige farbige Cartons werden ja seit einiger Zeit mit einer Art Emailleschicht überzogen, die eine gewisse, jedoch leider nur geringe Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit gewährt, so dass aber der dadurch gewährte Schutz ein ziemlich vollständiger ist. Bei hellfarbigen Glacé-Cartons läâsst sich aber eine solche Emailleschicht nicht anwenden, weil da- durch der Carton seine Farbe sebr àndert und ein durebaus unansehnliches Aeusseres bekommt. Die Glacé-Cartonpapiere, die aber diesen Fehler in der Farbe nicht zeigen, sind im wahren Sinne des Wortes wasserdicht, lassen aber wiederum ein Aufkleben der Bilder nicht zu, da die Bilder dadei nicht haften. Es wird deshalb wohl interessant sein, dass die Firma Friedheim& Sohn in Berlin einen vollständig wasserfesten und waschbaren Carton anfertigt, von dem sie uns Proben in verschiedenen hellen und dunklen Farben mit und obne aufgeklebte Bilder einsandte. Dieser Carton, welchen die Firma unter der
Bezeichnung„Email Friedheim“ anfertigt und in den Handel bringt, ist
unter der Nr. 20163 als Gebrauchsmuster gesetzlich geschützt, und zwar als „waschbares, druckfähiges Emailpapier zum Aufziehen von Photographieen“. Wir haben die Proben verschiedenen Prüfungen unterzogen und finden, dass sie sich sowohl mit dem nassen Schwamm als auch mit dem augefeuchteten Finger bearbeiten lassen, ohne dass sie ihr Aussehen und ihre Farbe verlieren und ohne dass auf dem Carton eine sichtbare Spur dieser Bebandlung zurück-
bleibt. Es dürfte sich diese Neubeit wohl für die betheiligten Kreise em: pfehlen.
1106) Kann bei getrenntem Goldbad anstatt Rhodanammonium auch Rhodankalium gebraucht werden?
1107) Es sollen aquarellirte Portraits auf Whatmanpapier hergestellt werden. Welches Verfahren— Salz, blau getont, oder Platin— schädigt am wenigsten die Leuchtkraft der Aquarellfarben? Ich sah neulich in Frankfurt derartige musterhaft ausgeführte Arbeiten, bei denen die Farben selbst in den grössten Tiefen ihre Leuchtkraft so bewahrt hatten, als sei ein photographischer Unterton gar nicht vorhanden.
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