372 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 46.
dem es etwaige von der Entwicklung herrührende Gelbfärbung be- seitigt, was bei Pyrogallol ja noch viel nothwendiger ist, als bei Eikonogen. Aber nicht blos bei Anwendung der organischen Eut- wickler ist das neue saure Fixirbad zu empfehlen, sondern auch bei mit Eisenoxalat entwickelten Bildern, da es vollständig ohne jeden Niederschlag und ohne Hautbildung auf der Oberfläche bleibt, so lange es überhaupt noch schnell genug arheitet.
Ich verweise auf die in Nr. 39 durch Dr. Krügener angegebenen Vorschriften, kann mich aber nicht für die Anwendung von doppelt- schwefligsaurem Natron(Natriumbisulphit) aussprechen, weil man sich das Präparat erst, anschaffen muss und dasselbe, da es sich fortwährend an der Luft verändert, auch keine bestimmte Zusammen- setzung behält. leb neige mehr zu der zweiten Vorschrift mit neutralem schwefligsauren Natron, welches jetzt jeder Fachphotograph vorräthig hat, und Schwefelsäure. Noch besser gefallen mir Lainers Vor- schriften mit neutralem schwefligsauren Natron und Weinsteinsäure, weil diese Säure im trockenen Zustunde abgewogen werden kann und überall leicht und billig zu baben ist. Diese Recepte, welehe ich hier nicht wiedergebe, könuen uoch vereinfacht werden und sind z. Th. auch wegen unnöthig starker Ansäuerung durch den ziemlich starken Geruch nach schwefliger Säure lästig. Die Hauptsache bei der sauren Fixage ist, dass immer freie schweflige Säure und un- zersetztes schwefligsaures Natron in der Flüssigkeit zugegen sind; und dieser Bedingung entspricht das bier folgende Recept, welches ich hiermit bestens empfehle:
1000 cem Wasser, 30 g neutrales erystallisirtes schwefligsaures Natron und 10 g Weinsteinsäure, und erst, wenn Beides gelöst ist, Zusatz von 250 g Fixirnatron.
Dies Bad riecht pur schwach nach schwefliger Säure, bleibt aber in einer stehenden Cüvette unbedeckt, selbst bei häufiger Benutzung, wasserklar und ohne jeden Bodensatz. Bei Anwendung alkalischer Entwickler kann es jedoch vorkommen, wenn die Negative schlecht gewaschen ins Fixirbad kommen, dass die freie schweflige Säure durch das den Platten anhaftende Alkali neutralisirt wird, sodass sich ein eingetauchtes Stückchen Lackmuspapier nicht mehr röthet, sondern rothes sogar blau wird. Für Solche, welche aus Nach- lässigkeit oder Zeitmangel ihre alkalisch entwickelten Negative schlecht waschen, ist es nöthig, die Menge des Natriumsulphits und der Säure im angegebenen Verbältnisse(oder verhältnissmässig etwas mehr Säure) zu vermehren, ja zu verdoppeln.
In obiger Vorschrift würden zur Freimachung der sämmtlichen schwefligen Säure aus den 30 g schwefligsauren Natrons(ein reines Präparat vorausgesetzt) circa 18 g Weinsteinsäure erforderlich sein; da aber nur 10 g vorgeschrieben sind, so bleibt fast die Hälfte des Natriumsulphits unzersetzt: dies ist nothwendig, denn die im Bade befindliche schweflige Säure oxydirt sich an der Luft zu Schwefel- säure und macht aus dem überschüssigen unzersetzten schweflig- sauren Natron wieder schweflige Säure frei, oder so lange schweflig- saures Natron zugegen ist, wird dieses zuerst in schwefelsaures


