Jahrgang 
1889
Seite
306
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306 Deutsche Photographen-LZeitung 1889. Nr. 38.

versammlung weiter reden und werde ich Ihre Vorschläge hierzu gern entgegennehmen. 3 Was die für heute und morgen angekündigten Vorträge betrifft, so bedaure ich, Ihnen mittheilen zu müssen, dass Herr Anschütz in Lissa mir noch in letzter Stunde abgeschrieben hat; er ist in Breslau zur Aufnahme der wilden Tbiere im z0ologischen Garten und kann leider nicht abkommen. Er hat aber seine Sachen zur Ausstellung gesandt und wird Herr K. Wunder die Freundlichkeit haben, den neuen

Anschützschen Apparat vorzuführen.

leh habe noch einige Schreiben erhalten, deren Inbalt ich Ihnen hier Kurz mittheilen will. Zunächst von Professor Bauer in Eisenach, welcher bedauert, an unserer Versammlung nicht tbeilnehmen zu können, er würde sich aber nicht nehmen lassen, wenn irgend möglich, doch wenigstens die Ausstellung zu besuchen, um zu sehen, wie weit die geehrten Genossen vorgeschritten sind.

Ferner habe ich von dem Vorstand des Berkaer Verschönerungs- vereins, Hrn. Grossh. Amtsphysikus Dr. Willrich in Berka, ein Schreiben erbalten, wonach uns die Herren in Berka auf dem Paulinenthurm jm Namen der Bürgerschaft empfangen werden. Es soll dabei auch für Butterbrode und Bier gesorgt werden.(Heiterkeit.)

Unser Ehrenmitglied Dr. Schnauss wünscht unsgut Licht und dem Verein in seinen Bestrebungen weitere Fortschritte. Dann bringe ich noch ein Schreiben von dem Herrn Stadtsecretair Schumann, dem Stellvertreter-Bürgermeister, zur Verlesung, welches soeben in meine Hände gelangte:

Hochgeehrter Herr!

Wenn auch in dem Programm der XVIII. Wanderversammlung des Deutschen Photographen-Vereins eine officielle Begrüssung. der Versammlung nicht vor- gesehen ist, so kann ich es mir als Stellvertreter des abwesenden Oberbürger- meisters doch nicht versagen, die Versammlung wenigstens auf diesem Wege Namens der Stadt Weimar bei ihrem Zusammentreten herzlich willkommen zu heissen und die Versicherung hinzuzufügen, dass die Stadt es sich zur be- sonderen Ehre anrechnet, die Meister der photographischen Kunst aus allen Theilen des deutschen Vaterlands in ihren Mauern vereinigt zu sehen. Die Stadt Weimar, in welcher von jeher neben der Wissenschaft auch die Kunst mit Vor- liebe gepflegt worden ist, hat stets auch den Bestrebungen auf dem Gebiete der Photographie, auf welchem nicht zum Geringsten deutscher Erfindungsgeist, deutscher Fleiss und deutsche Geschicklichkeit mit die schönsten Blüthen ge- trieben hat, ihre vollste Theilnahme entgegengebracht, und so begrüsst sie auch die Ziele, welche die heute hier tagende Wanderversammlung verfolgt, als einen weiteren Schritt auf dem Wege zu immer höherer Entwicklung der photo- graphischen Kunst. Möge es den Mitgliedern der Versammlung beschieden sein, während ihrer Anwesenheit in Weimar die Erwartungen, mit denen sie diese Stadt balreten haben, nach allen Seiten hin im vollsten Maasse in Erfüllung gehen zu sehen.

Ew. Wohlgeboren ergebenst anheimstellend, von dem Inhalt gegenwärtiger Zuschrift der Wanderversammlung Mittheilung zu machen, habe ich nur wieder- holt zu bedauern, dass mein Gesundheitszustand auch jetzt noch der Art ist, dass ich gezwungen bin, den im Festprogramm aufgeführten genussreichon Ver- anstaltungen fern zu bleiben.

Hochachtungsvoll unterzeichne

Ew. Wohlgeboren ergebenster

W. Schumann,

Bürgermeister-Stellvertreter und Stadtsecretair.

Weimar, den 31. Juli 1889.

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