304 Deutsche Photographen-Zeitung 1889.
Nr. 57.
es auch zu vervielfältigen, damit Alle sich überzeugen können von der Wahrheit des gegebenen Objectes. So sind Sie Lichtfreunde, die echten Diener der Wahrheit, und ich kenne keinen höheren Beruf des Menschen, als sein Leben lang im Dienste der Wahrbeit zu stehen. Sie aber wirkt mebr, als wir glauben; da wo sie gepflegt wird, wo man ihr dient, kommt von selbst das gegenseitige Ver- trauen und die Liebe. Diese ist es eben, die Sie, meine verehrten Gäste, in so reicher Anzahl hat zusammenfinden lassen in der Hin- gebung zu Ihrem schönen Beruf. Denn auch Sie können nicht im Dicht der Wahrheit bekennen: Wir baben schon genug! Nein, immer weiter wollen wir forschen und schaffen, in immer weitere Bahnen drängt Sie die Liebe zu Ibrem Berufe, damit derselbe fortan dem Leben, dem Wohl der gesammten Menschheit in noch umfassenderer Weise dienstbar werde, und dass ein Jeder allüberall freimüthig bezeugt: Sie sind die Lichtfreunde, die sich zur Aufgabe stellen, auch die verborgenste Wabrheit dem Leben, ihren Mitmenschen nabe zu bringen und zur Aufklärung beizutragen. Gar bald sind die Stunden des Festes dahingeschwunden und gar bald steben Sie mit neuer Schaffensfreudigkeit in Ihren freundlichen Ateliers, mögen Ihnen die drei Worte unseres Dichterfürsten:„Licht, Liebe, Leben!“ eine bleibende Erinnerung an das schöne Fest und eine stete Auf- munterung in den ernsten Stunden der Arbeit sein! Darauf erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl unserer lieben Festgäste. Sie leben boch, boch, hoch!“
Sodann dankte Herr Schwier dem Grossherzogl. Ministerium für die dem D. Phot.-Verein zur Unterstützung seiner Bestrebungen ge- währten Staatspreise und der Stadt Weimar für die gastliche Auf- nahme, die sie der Wanderversammlung zu Theil werden liess.
Die Stadt Weimar hatte es als Ehrensache betrachtet, sich durch Herrn Commerzienrath Döllstädt, der folgendermaassen sprach, würdig vertreten zu lassen:
„Es ist mir, hochgeehrte Damen und Herren, der ebenso angenehme wie ehrenvolle Auftrag zu Theil geworden, Sie(als Vertreter der Stadt Weimar und im Namen derselben) berzlich zu begrüssen und freundlich willkommen zu heissen, Ihnen zu danken für die Ehre, welche Sie uns durch Ihre Anwesenheit erzeigt haben.
„Mögen Ihnen die Tage, welche Sie hier in ernster Arbeit, in heiterem Genuss verlebten, voll ungetrübter Heiterkeit und froher Gesundheit dahinfliessen, möchten sie Ihnen stets ein freundliches Andenken, eine angenehme Erinnerung an Weimar bleiben.
„In diesem Sinne ergreife ich das Glas, indem ich ausrufe:
„Der Deutsche Photographen-Verein, insbesondere die Theilnehmer an dessen 18. Wanderversammlung und alle hier anwesenden Gäste leben hoch!“
(Fortsetzung folgt.)
Fragekasten.
Fragen.
. 828) Trotz genauer Befolgung der Anweisung will es mir nicht gelingen, bei dem Eastmanschen Transferrotyp-Verfahren die Schicht auf Milchglas zu übertragen. Wer ist wohl so freundlich, mir über dieses Verfahren genaue Aus- kunft zu ertheilen?
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