286 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 35.
fläche steben bleibt und die Gelatineschicht anfängt weich zu werden; hierauf werden dem Wasser 15 g Eisessig zugesetzt und die Platte bleibt zwei bis drei Stunden in dem Essigwasser liegen. In dieser Zeit löst sich die empfindliche Dextrin-Gelatineschicht unter der Ein- wirkung des directen Lichtes wieder auf und das Relief entwickelt sich weiter. Löst sich die Dextrin-Gelatineschicht nicht, so ist die Platte unbrauchbar, weil dann nur ein sehr schwaches Relief entsteht.
Das Essigwasser muss die Platte vollständig bedecken und wer- den demselben nach Verlauf von drei Stunden wieder 15 bis 30 g Eisessig zugesetzt und so fort, bis das Relief sich völlig entwickelt hat. Die Wärme des Bades darf 15° R. nicht übersteigen, weil sonst die Gelatineschicht runzlig wird.
Ist das Relief vollständig entwickelt, so wird die Platte mit rei- nem, kaltem Wasser abgewaschen, bis keine Säure mehr vorhanden ist, und kann der Gypsabguss sofort darüber hergestellt werden, von wel- chem alsdann Abnahmen in Metall, Thon, Porzellan etc. bewirkt werden.
So behandelte Reliefs sollen eine Höhe von 5 bis 6 mm erreichen. Patent-Anspruch:
Die Anwendung einer aus gleichen Theilen Gelatine und Tra- gant bestehenden, durch Chromsäure lichtempfindlich gemachten Masse zur Erzeugung von Reliefs durch Belichtung unter einem Transparentbild und Entwicklung in einem Wasserbade, welchem Eisessig zugesetzt ist. 1t
Fragekasten.
Antworten.
Zu Frage 821: Aus einer als Negativ exponirten Platte durch blosses Ent- wickeln ein Diapositiv zu machen, dürfte selbst Eikonogen, trotz seiner sonstigen Vielseitigkeit, nicht im Stande sein. Wahrscheinlich erhalten sSie durch Unterexposition ein Positiv. Die Angabe des Prospectes, dass man bei Eikonogenentwicklung mit der halben Expositionszeit ausreiche, ist, wie schon in Nr. 25 d. J. nachgewiesen wurde, nicht richtig, vielmehr muss man, um ein gut durchgearbeitetes Negativ zu erhalten, ebensolange exponiren, wie für Oxalathervorrufung. Verlängerung der Expositionszeit dürfte Sie somit zum Ziele führen. Auf die Qualität des Natriumsulfits kommt viel an, noch mehr aber auf die Aufbewahrung beider Präparate, welche stets in wohlverschlossenen Gefässen vor Luftzutritt geschützt und von anderen, besonders stark riechenden Chemikalien, durchaus getrennt gehalten werden müssen. C. Hinckelmann.
Zu Frage 823: Um Albuminbilder direct hinter Glas zu kleben, überzieht man am besten die gut gereinigte Glasplatte mit einer Lösung von
25 g Gelatine,
500 g Wasser und lässt trocknen, am besten im Trockenschrank. Dann weicht man den nicht auf Carton gezogenen Abdruck in luftfreiem Wasser, Bildseite nach unten; bringt die Platte, Gelatineseite nach oben, im Wasser unter das Bild und hebt, nachdem man letzteres in die richtige Lage gebracht, beide zusammen heraus. Nachdem man die Rückseite des Bildes mit Fliesspapier bedeckt hat, bewirkt man durch Aufquetschen die innige Verbindung von Bild und Gelatineschicht und lässt unter leichter Beschwerung trocknen. Luftblasen sind natürlich ängstlich zu vermeiden. C. Hinckelmann.
Berichtigung.
Der Preis des in Nr. 34 Seite 279 besprochenen Taschen-Notizbuchs für Ama- teure von David u. Scolik ist auf Mk. 4.— anzusetzen. 1
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