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Deutsche Photographen-Zeitung 1889.
Vermischtes.
um solchen wieder zu lösen. Bei dieser Gelegenheit sei die Be- merkung gestattet, dass auch manche Vorschrift zur Bereitung des Oxalat-Entwicklers für die Entwicklung von Brom- und Chlorsilber- Papier einen gewaltigen Niederschlag dieses gelben in Wasser un- löslichen Salzes ergiebt, weil viel zu wenig Kalium vorhanden ist, besonders wenn gleichzeitig der Zusatz einer Säure(Citronen- oder Essigsäure) vorgeschrieben ist. Exempla sunt odiosa, Sonst könnte ich mit Belegen dienen! Das Schlimmste ist bei der Entwicklung von Papierbildern mittelst derartiger Oxalatlösung, dass sich deren Vorder- und Rückseite oft mit grossen gelben Flecken dieses Niederschlages bedeckt, welche zwar in dem nachfolgenden essigsauren Bad heraus- gehen sollen, aber meist nicht wollen! Ich rathe Allen, die sich mit Entwickelungspapieren beschäftigen, einen Versuch mit Hy- drochinonlösung zu machen, sie werden erstaunt sein über die Sauber- keit der Entwicklung. Eines Alaunbades bedarf es immer, sonst bleibt die Gelatineschicht zu leicht verletzbar. Wenn man Chlor- silber an sehr trübem Tageslicht 6—8 Secunden, bei Lampenlicht 6— 8 Minuten, möglichst nahe der Lampe belichtet und mit ge- brauchter äàlterer Hydrochinonlösung entwickelt, so erhält man einen röthichen Ton, der sich im Rhodangoldbad— besonders in in dem gemischten Rhodannatronbade der Aristobilder, recht schön purpurroth bis blauschwarz entwickelt.
Für Gelatine-Negative ist dér Hydrochinon-Entwickler unver- gleichlich, Schleierbildung fast unbekannt, die Beleuchtung des Dunkelzimmers braucht nicht so ängstlich regulirt zu werden, ja, Manche behaupten, bei dem durch ein vorgehaltenes Stück Papier gedämpften Licht einer Kerze mit Hydrochinon schleierlos entwickelt zu haben. Von Brenz- oder Pyrocatechin, einem neuen Entwickler, sagt der Entdecker dasselbe und noch mehr: Man könne sogar bei gedämpftem Tageslicht damit schleierlos entwickeln, da die Platte in diesem Entwickler sofort alle Empfindlichkeit gegen das Licht verlöre!(?) Dr. J. Schnauss.
Fragekasten.
Antworten.
Zu Frage 799: Lassen Sie die Platte erst vollständig trocknen und legen dieselbe vor dem Einlegen in das Quecksilberbad in destill. Wasser. Auch das Quecksilberbad muss mit destill. Wasser augesetzt sein. Bei dieser Behandlung wird niemals milchartiger Schleier auf dem Negativ entstehen. F. J., Schönebeck a. E. Zu Frage 799: Sie müssen Ihre Platten vor dem Quecksilberbade in Alaun legen. H. K. in Z.
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