148 Deutsche Photographen-LZeitung 1889. Nr. 18.
Das andere Verfahren: Zusatz des Farbstoffes zur Emulsion vor dem Guss ist bedeutend vortheilhafter.
x. Es verursacht keine Flecken.
8. Kein Schleier(wenigstens habe ich bei meinen zahlreichen
Versuchen nichts beobachtet).
y. Sowohl mit Oxalat, als mit Pyro entwickeln sich die Platten
kräftig und schleierlos.
9. Die Gesammtempfindlichkeit für weisses Licht wird(wenn
auch nicht bei allen Präparationen) erhöht.
6. Die Negative sind nach dem Fixiren nicht gefärbt.
c. Die so praäparirten Platten halten sich ebenso lange und gut,
wie gewöhnliche Platten.
Verwendung der orthochromatischen Platten:
Obschon orthochromatische Platten für alle Farben empfindlich sind, so liegt doch stets das Empfindlichkeitsmaximum in Blau and Violett. Daraus folgt, dass bei der Exposition von gewöhn- lichen und farbenempfindlichen Platten in der Camera obscura die Resultate sich nur in Wenigem unterscheiden werden.
Zweifellos giebt die orthochromatische Platte das Grüne. Gelbe, Orange, Rothe besser wieder, als die gewöhnliche; indessen kommt blau und violett zu stark im Vergleich zu diesen Farben. Wenn man also ein vollendetes Resultat erzielen will, so muss man das Kommen von Blau und Violett zurückhalten und gleichzeitig dem Kommen von Grün, Gelb, Orange und Roth nachhelfen. Man erzielt das dadurch, dass man die das photographische Bild erzeugenden Strahlen ein gelbes Medium passiren läàsst.“
Präparation dieser Schicht: Professor Vogel empfiehlt folgendes Recept:
1% normal. Collodionlös. 100, Aurantia 0,4. Dieses Recept liefert so dunkle Media, als nur immer nöthig(Vogel) Für Landschaften genügen nach Vogel 0,2— 0,3 Aurantia auf 100 Collodion. Das damit überzogene Glas bringt man vor, in oder hinter dem Objectiv an.
Ich bin von der Verwendung von Collodion zurückgekommen, weil ich selten ganz reine und scblierenfreie Schichten bekam. Die Seblieren lassen mich nicht zu sauberen Bildern kommen. Man präparirt sich viel bequemer gelb gefärbte Gelatinebäutchen von genügender Steifigkeit, so dass sie bequem in dem Lichtfang des Objectives angebracht werden können.— Um solche Häute, die ich in 4 verschiedenen Färbungen verwende, anzufertigen, bereite ich mir zunächst folgende 2 Lösungen:
A. Gelatine 75 cem, Glycerin 30o0.. 10„ Wasser... 950„ Aurantia-Lös. 0,5%= 50„
B. Gelatine. 75 cem, Glvycerin 19
Wasser.... 1000„ (Fortsetzung folgt).


