132 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 16.
logisch interessanten Structurformen in ihrer Jungfräulichkeéit licht- bildlich zu fixiren, hatte ich Gelegenheit, mich eingehender mit dem Blitzlicht zu beschäftigen*). Ich bin bestrebt gewesen, ein Gemisch herzustellen, welches bei möglichster Ungefährlichkeit momentan ver- pufft und ein noch helleres Licht entwickelt, als die bisher bekannten Blitzlichtgemenge. Letzteres ist natürlich nur durch den Zusatz von Körpern möglich, welche das Magnesium energischer verbrennen, als dieses bei alleiniger Verwendung von cblorsaur. Kalium der
Fall ist. Ich versuchte, um diesen Zweck zu erreichen, das Kalium- n ſen perchlorat, das überchlorsaure Kalium, welches 46,2% disponibeln 3 le Sauerstoff chemisch gebunden enthält, während das chlorsaur. Kalium ſan en nur 39,1% abzugeben vermag. Gemische von Kaliumperchlorat und 20 Nor Magnesiumpulver, in dem Verbältnisse, wie beide Körper vermuth- 1m 3 lich chemisch aufeinander reagiren: KCIO4+ Mg= KCIl+ 4 Mg0 aufuse (1,45: 1), verpuffen ausserordentlich heftig und entwickeln ein naf 4 àusserst intensives Licht Mengt man aber gleiche Theile über- eil Sti
6 chlorsaures und chlorsaures Kalium, so verpufft dieses Gemisch mit def di
3 Magnesiumpulver zwar sehr plötzlich, aber durchaus ungefährlich are und mit ganz bedeutendem Lichteffecte. Ich mische 55 Theile des 1 8o angegebenen Gemenges mit 45 Theilen Magnesiumpulver. Haupt- be ſingt
bedingung für die momentane Verpuffung ist möglichst innige soen. Mischung und äusserste Feinheit der einzelnen Bestandtheile.— Das er plet. Gemisch von Kaliumcblorat und Kaliumperchlorat lässt sich leicht und mnßs d ungefährlich in ein äusserst feines Pulver verwandeln, wenn man im eintrete Porzellanmörser nur kleine Quantitäten bis zur äussersten Zartheit eriun( zerreibt; das Magnesiumpulver des Handels aber ist in seinem Fein- Un
4 heitsgrade ausserordentlich verschieden. Ich verwende für Gemische, köhnen
6 die absolut momentan verpuffen sollen, nur diejenigen Antheile, triſeh A welche ein feines Müllersieb passiren, und gewinne so aus dem triſeher käuflichen Magnesiumpulver zuweilen nur 20, selten 50% feinstes sp ingt Pulver. TLeuper ien NVon ganz besonderer Wichtigkeit ist die Art, wie das Blitz-*deſ Glü licht zur Entzündung gebracht wird. Handelt es sich darum, un-— inſ ge bewegliche Gegenstände zu photographiren(Interieurs oder dergl.), ga ani
6 so ist es sicherlich genügend und am bequemsten, die Zündung mit 2eigt einem Salpeterpapier zu bewerkstelligen. Man zieht Streifen starken Glſben
Fliespapiers durch eine gesättigte Lösung von Kaliumsalpeter und das Ger
hängt dieselben zum Trocknen auf. Ein etwa 10 mm breiter und Def p.
10— 20 cm langer Streifen dieses mit kleinen Salpeterkrystallen be- Gſben⸗
deckten Papiers wird dachförmig() geknifft und in das auf einen üb pleit
Haufen geschüttete Pulver hineingeschoben und zur geeigneten Zeit düſnen
angezündet Das Salpeterpapier glimmt langsam nach dem Gemische das Pul
zu und verlöscht, wenn gut bereitet und richtig gelegt, nie.— Sollen ab, 1
aber einzelne Personen oder Gruppen aufgenommen werden, so ist de Ei
nach meinen zahlreichen Erfahrungen die Anwendung eines Zünders 5 Be un
durchaus unthunlich. Von dem Augenblicke an, wo das Salpeter-— ve9 1
papier oder der mit chlorsaurem Kalium und Schwefelantimon über- Lsnn
kleidete Papierstreifen oder die Zündschnur angezündet wird, bis de ſen
b*) Ueber die Aufnahmen in der Höhle, die bei Blitzbeleuchtung vortrefflich ve 3 gelungen sind, werde ich später in diesen Blättern berichten. Die Redaction hat 2 ror
die Wiedergabe einer Höhlenphotographie in Lichtdruck zugesagt. d 2
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