Jahrgang 
1889
Seite
104
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104 Heutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 12.

der erwachten Wissbegierde wegen, und schöpfte ihm eine 500 Gramm- Mensur voll des Wassers. Hierauf zog der Betreffende aus der Tasche seines Ueberziehers eine runde Blechschachtel, öffnete selbige und entnahm ihr ein noch extra verpacktes Fläschchen. Sodann goss er einen kleinen Theil der etwas dicken Flüssigkeit zu dem Wasser. Von einem vermeintlichen nun zu erfolgenden Silberniederschlag jedoch keine Spur, das Wasser blieb vollständig klar, jedoch entwickelten sich beim Eingiessen sofort stehende Dämpfe, die ich als solche von Chlorwasserstoff oder Salzsäure augenblicklich erkannte. Ich sagte ihm dieses ins Gesicht und meinMosje ging betrübt von dannen. Dieser Mann speculirt also augenscheinlich auf die Unkenntniss einiger Photographen, um so ein Mittel an den Mann zu bringen, von dem man für einige Groschen eine ganze Portion erhält.

Ich gebe durch Vorstehendes der Hoffnung Raum, doch hier und da einen der Herren Collegen vor dem Hereinfall zu bewahren und

solche Handlungweise zu nichte zu machen. Es zeichnet hochachtungsvoll Osw. Schmidt. Fragekasten. Fragen.

788) Wann ist eine Camera aufunendlich eingestellt?

789) Woher kommen bei Gelatine-Trockenplatten die Schlieren? Von der Gelatine vielleicht?

790) Wie fertigt man die mit photogr. Portrait versehenen Briefmarken an? oder wer lehrt die Anfertigung derselben?

791) Wie lassen sich die meist nach dem Färben sichtbar werdenden schwarzen Punkte auf den Copien vermeiden?

792) lch setze noch wie früher zum Pplattenentwickeln Kali und Eisen 3.10 an und nehme auf 3 Theile Kali nicht ganz 1 Theil Eisen, erhalte aber, trotzdem ich destillirtes Wasser und verschiedene Chemikalien verwendet habe, kurze Zeit nach dem Mischen des Entwicklers einen sandigen Niederschlag.

793) Bekanntlich klebt man die Copien auf Albuminpapier bevor sie noch getrocknet waren im feuchten Zustande auf Carton. Nun kommt es aber oft vor, dass man, namentlich von auswärts, zur Ersparung des Portos und einer umständlichen Verpackung, Albuminpapierbilder unaufgeklebt erhält. Wenn man sie nun auch vor dem Aufkleben kürzere oder längere Zeit in Wasser legt, so werden dennoch viele der oft werthvollen Abdrücke üher die ganze Ober- fläche rissig und demzufolge matt und unschön erscheinen. Giebt es vielleicht ein Mittel, schon getrocknete Albuminpapiere ohne Risse mit ihrem vollen Glanz aufziehen zu können?

Antworten.

Zu Frage 788: Wenn Sie auf einen sehr entfernten Punkt einstellen, so kommt die matte Scheibe in den Brennpunkt zu stehen. Der Brenupunkt ist die Vereinigung der aus dem Unendlichen kommenden parallelen Strahlen.

Eingegangen bei der Redaction:

Unger& Hoffmann, Dresden: Prospect über Albuminpapiere und Apollo- . Trockenplatten. Julius Werner jr., Berlin NW.: Muster und Preisliste von photographischen Karten, Enveloppes und Couverts.

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