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Nr. 5. Deutsche Photographen-Zeitung 1889. 41
Oelbild wird man stets finden, dass der Künstler bemüht ist, die Hauptsache durch scharfe Zeichnung hervorzuheben und Nebensachen durch flüchtigere Behandlung in den Hintergrund zu drängen. Wir würden ein Portrait tadeln, bei welchem z. B. eine Schnalle auf dem Stiefel mit derselben Feinheit und Schärfe gemalt wäre, wie der Stern des Auges und die feinen Linien um den Mund und auf der Stirn. Ebenso trägt bei Kunstwerken nicht wenig zur Erhöhung der plastischen Wirkung bei, wenn alle näberen Gegenstände schärfer und farbenfrischer gemalt sind, als die entfernteren. Der Photograph befindet sich nun leider nicht in der angenehmen Lage, die Schärfe seines Bildes so bedingungslos zu wählen; es ist vielmehr unmöglich, Gegenstände in derselben Ebene verschieden scharf abbilden zu lassen, sondern man muss sich begnügen, die Ebene der grössten Schärfe möglichst zweckmässig zu wählen. Aundererseits ist aber klar, dass es auch in der Photographie angemessen sein wird, den wichtigsten Theil des Bildes, also den Kopf, möglichst scharf zu erhalten. Da jedoch ein Kopf eine gewisse horizontale Dicke hat, so muss man noch wählen, welchen Theil des Kopfes man am schärfsten haben will. Es wird im allgemeinen empfohlen, so einzustellen, dass die Augensterne genau im Focus sich befinden. In der That erhält man so ein Bild, welches den characteristischsten Theil des menschlichen Gesichtes am besten zum Ausdruek bringt und nebenbei noch die Mundpartie gut gezeichnet enthält. Bei Profilbildern pflegt man die Schärfe in die Näbe der Jochbeine zu legen, damit man nicht eine zu scharfe Contour des Profils selbst erhält, was stets peinlich wirkt und dem Gesicht einen basreliefartigen Ausdruck verleiht, ähnlich den Gesichtern des Landesherren auf Münzen etc.
Da nun offenbar durch Abblendung oder veränderten Objectiv- abstand, sowie durch Auswahl der Objective die Tiefe wesentlich modificirt werden kann, weil, wie wir gesehen haben, die Linsen um so tiefer zeichnen, je lichtschwächer sie sind und je kleiner ihre Brennweite im Verhältniss zum Objectivabstand ist, so dürfen wir die Frage nicht unberücksichtigt lassen, ein wie hoher Grad von Unschärfe zurück- und bervortretender Bildpartien von Vortheil für die malerische Wirkung ist. Mustert man in Rücksicht darauf die besten Arbeiten bekannter Portraitisten, wie man dazu in grossen Städten und auf photographischen Ausstellungen Gelegenheit hat, so findet man, dass in dieser Beziehung der Geschmack der einzelnen Künstler ein sehr verschiedener ist. In Hamburg habe ich beispiels- weise in zwei dicht neben einander stehenden Schaukästen an der Alster die äussersten Extreme vereinigt gesehen. In jedem derselben befand sich ein grösseres weibliches Brustbild im Profil, das eine derselben war von der Spitze der Ohrmuschel bis zu den Haaren des Hinter- kopfes fast gleichmässig scharf gezeichnet, das andere war so auf- genommen, dass ein Theil der Augenwimpern scharf und präcise ge- zeichnet war, während schon der Nasenrücken weich und leicht in den Hintergrund überging, Schulter und Hinterhaupthaar sich kaum von den fast gleich hellen Tönen des Grundes abhoben und gleichsam in denselben hinüberschwammen. Mir schien es, dass in diesem Falle das letzte Bild ungleich packender wirkte und im Vergleich zu ihm das andere weniger reizvoll erschien. Bei einem Bilde en


