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Der Segen Gottes, Das ist: DRey Predigten, vber die drey Versicul deß gewöhnlichen Göttlichen Segens, auß dem vierdten Buch Mosis, im sechsten Capittel : Der Herr gesegne dich, vnd behüte dich. Der Herr erleuchte sein Angesicht vber dich, vnd sey dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auff dich, vnd geb dir Friede
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TI.

3. Verſ

06 Die IX. Predigt vber das gewoͤhnliche Geſang welcher vmb vnſerer Suͤnden willen ſelbſt gern ein zeitlang das Elenðÿ gebawet hie auff Erden / wie er ſelbſt ſpricht / Joh.. Ich bin vom Vat⸗ ter außgegangen / vnd in die Welt kommen / vnd als er in ſolchem Elendt alle vnſere Suͤnde gebuſt / vns widervmb mit ſich gefuͤhrt vnd eyngeſetzt hat/ oder(wie wir in dieſem Verſ.ſingen) bracht hat in das rechte him̃li⸗ ſche Vatterlandt. Daher er allein warhafftig ſprechen tã/Joh.14. Ich geh hin / euch die Staͤtt zu bereiten. Vñob ich hingienge / euch die Staͤtt zu bereiten / wilich doch widerkom̃en / vnd euch zu mir nemmen lauff daß jhr ſeyd / wo ich bin. Vnd hernacher: Ich bin der Weg / die Warheit vnd das Leben. Niemandt koͤmpt zum Vatter / denn durch mich. Dieweil man nun bey vns ( Gott Lob ) ſolcher Geſtalt glaͤubet /nem⸗ lich / daß Chriſtus allein fey vnfer getrewer Heylandt; an dem wir allein halten vñglaͤuben ſollen: So muß vnſer Glaub der rechte Glaub ſeyn. Vergegen aber / dieweil man im Bapſtthumb nicht Chriſtum allein fuͤr den Heylandterkennet / noch bey jm allein bleibet: ſolches kan in Ewig⸗ keit nimmermehr der rechte Glaub ſeyn. Sum andern ! bitten wir den . Geiſt in dem verleſenen Geſang weiter vmb die Liebe gegen dem Nechſten: Du ſůſſe Lieb ſchenck vns dei⸗

ne Gunſt / laß vns empfinden der Liebe Brunſt / c. Dann gleich wie der

Glaub nicht iſt ein Frucht vnſers Fleiſches: Alſo auch die Liebe gegen dem Nechſten.

Chriſtus ſpricht Matthæi am fuͤnfftzehenden: Auß vnſerm Hertzen kom̃et Mordt / Ehebruch / Hurerey. Vnd Paulus ſchreibt Gal.ʒ. Die Fruͤchte deß Fleiſches ſeyen / Ehebruch / Hurerey / Vnreinigkeit / Feind⸗ ſchafft / Neydt / orn / Zwytracht / Haſſßz / Mordt/xc.

So brennet nun gleichwol in vnſerm Fleiſch / von vnſerer angebor⸗ nen Art Natur her / auch ein Fewer / das heiſt / Zorn / Neydt / Haſſz /ne. da je einer wider ſeinen Nechſten dermaſſen erhitziget wirt vnd erbreñei / die Brunſt oder das Fewer ſchlaͤgt jm auß an allen Vrten.

Es findet ſich gleichwol auch in vnſerm ſuͤndtlichẽ Fleiſch ein Brunſt der Liebe / vnd zwar einer ſolchen Liebe / welche iſt dẽFleiſch ein ſuſſe Lieb / aber einer vnordenlichen / feindtſeligẽ Liebe / nemlich die fleiſchliche Lußt /

in welcher Liebe gegen einander erbrennen Huren vnd Buben.

Dieſe