Am Zag der Himmelfahrt Chriſti. 97
Dann wirdt der Tag erſt ſeyn Freudenreich (ſaut vnſers Geſangs) Dann da das Hertz da es ſolches alles ſihet hie auff Erden / nurdurch
den Glauben / davon wirdt Freuden voll / wie wir droben geſungen ha⸗ ben: Was wirdt ſich dann erſt fuͤr vnauß ſprechliche Hertzen Freudter⸗ heben im Himmel/ da wir nicht mehr wandeln werden nur im Glau⸗ ben / ſondern im Schauwen (. Cor.. v.7.) da dann auffhoͤren wirdt das Stuckwerck / vnd wir Gott ſehen werden / von Angeſicht zu Ange⸗ ſicht (i. Cor.iz. v.10. .) vnd wie er iſt/. Johan. 3. v.⁊.
Da wirdt ſich finden Freudt vnd Muht (laut vnſers Geſangs) ⸗ nicht aber nur ein zeitlang / ſondern (wie wir weiter ſingen) zu ewigen ⸗ Zeiten / vnd dazu bey dem Hochſten Gut. Dann alsdann wirdt Gott ſeyn alles in allemſi. Corinth.iʒ. v.⁊8. Gtt aber gleich wie er iſt der Allerhoͤchſt / als der Schoͤpffer vnd HERR Himmels vnd der Er⸗ den / alſo wirdt er billich genannt! vnd iſt auch warhafftig das hoͤchſte Gut. Sintemal / da gleich auch die jrrdiſche Guͤter mit ſich brin⸗ gen zu Zeiten jhren Luſt vnnd Freud: wirdt doch ſolches jmmerdar vermiſchet vnd befleckt mit allerley Vnluſt vnd Hertzleydt: Vnd da gleich ſolche Freudt am allerbeſten / iſt ſie doch nur ein zergaͤngliche
reudt. 3 Darvmb / gleich wie das Goldt das hoͤchſt Metalliſt / darvmb / daß es in dieſer Welt ein vnverweßlich Metall alſo iſt ja freylich Gott da⸗ hero das hoͤchſte Gut!/ dieweil er iſt ein vnverweßlich / vnverwelcklich vnd vnbefleckt Gut / . Pet.i. Den jrrdiſchen Frieden nennet man Au- ream yacem darvmb / daß er vnter den jrrdiſchen Guͤtern iſt das hoͤchſte Gut. Nun iſt aber der jrrdiſcheFried doch kein beſtendig / ewig / ſondern ein vnbeſtaͤndig vnd zugaͤnglich Gut. Derwegen wirdt G OTTviel billicher genennt das hoͤchſte Gut / welcher iſtim Himmel vnſer Fried vnd Freudt / Rom.i4 v.7. vnd zwar ewiger Fried vnd ewige Freud/ welche nimmermehr kan von vns genommen werden / Johan. amis. Cap. v. ⁊2.
Endtlich beſchlieſſen wir ſolches vnſer Geſang mit dieſen Wor⸗ ten: Gott woͤlle / daß wir es erleben. Dann dieweil hie auff dieſer Welt doch nichts / dann Muͤhe vnd Arbeit / ſehnen
wir


