ss Die VIII. Predigt vber den Kirchengeſang
Darbey man ſich doch ruͤſten ſolle/ dem HErrn nach ʒu folgen. Hiemit werden wir erjnnert / vb wol Chriſtus durch ſein Himmelfahrt vns den Himmel widervmb eroͤffnet / daß vns doch gebůͤhre hie in dieſem Leben vns zu růſten / auff daß wir wuͤrdig ſeyen / jm dermal eins ins ander ewi⸗ ge
ie muß man ſich dann růſten auff Erden e Die Phariſæervnnd Schrifftgelehrten zurgeit Chriſti/ſchmuckten ſich genen / guten Wercken / vnnd vermaſſen ſich derſelben ſo hoch (Luc.is. v.v. daß ſie vermeynten / ſolcher Geſtalt außbundig herauß geruͤſtet ſeyn / ſie ſterben wann ſie wolten / daß ſie nur alſo warm hinein fahren wolten / Chriſto nach / ins Hĩelreich. Aber es ſpricht Chriſtus / Mat⸗
thæi amꝛz. v. 8. dieweil ſie nur außwendig fromb ſcheinten / innwen⸗
dig aber waren voll Heuchlerey vnd Vntugendr / Darvinb wuͤrde es jhnen fehlen: vnnd nennet ſie eben im ſelbigen Capit, v. 15.) Kinder der Hellen. Demnach es ſey dann / daß vnſer Gerechtigkeit beſſer ſeye / denn der Phariſrer vnnd Schrifftgelehrten / koͤnnen wir nicht in das Him⸗ melreich kommen / Wie C H RJ S TVS ſutſn⸗ thai am.v. 20. 85 z
Die Papiſten habenetwan gelehrt/wir ſollen hie auff Erden Chri⸗ ſio allerdings nachfolgen / beydes im Thun vnnd im Leyden / als danii werden wir jhm auch dermal eins nachfahren ins Himmelreich· Daher
ſie die Werck ſolches Gehorſams genennet haben Alas, Das iſt / Fiù
gel / damit ein Menſch Chriſto koͤnne gleichſam nachflichen ins Him⸗ Vnnd ʒwar / weniget iſtes nicht / es vermahnetvns auch Petrus
G. Pet.⁊.v.⁊1. Dieweil Chriſtus habfur vns gelittẽ / vñ vns ein Fůͤrbild gelaſſen / ſo ſollen wir nachfolgen ſeinen Fußſtapffen. Daran nu iſt kein weiffel. 5 . Dieſes allein iſt hie die Frag: Ob wir hie auffErden vermoͤgen dem HErrn Chriſto im Thun vnd Leyden vollkoͤmmlich nach zu folgen / vñ alſo durch ſolches vnſer Thun ſo viel zu erlangen / daß wir mit Chriſto aufffliehen moͤgen ins Himmelreich e Solches aber iſt vns hie auff Er⸗ den ſo vnmuglich / wie vnmůglich vns iſt / daß wir hie auff Erden mit ern


