Warnung wider D. Oſianders Predig ſo lang er dieſes behaltet fur ſein Grundfeſt / Goꝛt habe nicht alle Menſchen zum Leden geordnet / oder / Nicht alle Menſchen in Gnaden erwehle vnd auffgenomen in Chriſto. Deñ lehrt er oder gleubt er im Hertzen warhaffeig / das Chriſtus fur alle geſtorben ſey / ſo muß er auch gleuben / was S. Paulus dardey ſetzt / Er ſey von des wegen fuͤr alleſampt geſtorbẽ / auff das ſie alle leben moͤchten vnd leben ſolten. Gleubt er deñ dieſes / ſo iſt ſchon ſein Grundfeſt nichts mehr / das Goit in Chriſto wenig Menſchen zum Leben erwehlet hab / Hat derwegen die Kirchen in Sachſen mit Stifftung zur Verfolgung vnbillich betrubt vnd verwirt.
Zu dem / hat ſich D. Oſiander in dicſer Predigt nicht verben Fol. 3. gen koͤnnen / da er von den Gnaden Gottes in Chriſio erzeigt / ſo gar krumb vnd gebogen daher kompt / Erſtlich / Das er nicht ſa⸗
d. oſtanders gen darff / auch nemermehr ſagen wird / Das Gott in Chriſto kougkeit. ſeine Gnade vber alle Menſchen geordnet habe / Deiñ diefes heiſt ein allgemeine Gnadenwahl leren / Demnach verzwackt er daſ⸗
ſelbig liſtiglich / vnd ſagt / Gott habe ſich auff die fůrbiet vnd ver⸗
dienſt ſeines eingebornen Sons erklert / das er ſie (jetzt mercke⸗
es kompt als wolte es gar koſtlich vnd rein komen) alleſampt zu
Gnaden wolle auffnemen. Dieſes war fur ſich ſelbs rechtſchaf⸗
ſen gut / deñ Goit hat ſich alſo erklert / vnd hats Chriſtus mit ſei⸗
nem blutigen Schweiß geoffenbaret vnd bezeuget / da er aller Menſchen Suͤnde gettagen hat. Aber D. Bſiander leſt es dar
bey nicht bleiben / ſondern henget alſo bald an die vorangezogene
Wort dieſen Schwenckel / da er widerumb zu ruck ʒeugt / was
er in genere oder in gemein vber alle Menſchen geredt hat / vnnd
ſeb darbey Wenn ſie jme ein demuͤtigen / buſsfertigen
Fusfal thun wollen. Damit man aber nicht gedencke/ Er
rede nur von denen / welche was Gott fůr alle Menſchẽ geordnet
hat / durch den Glauben jnen nůtz vndkrefftig machen / ſo kompt
er bald darauff / zeigt an / das Got dieſes Heuff lein / welches
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