Chriſtlichen Kirchen · 5 deß Geiſts Gottes erkennt. Dann auß den Fruͤchten (ſagt der RR Chriſtus) ſoll man den guten Baum erkennen. Vnd Eraſmus ſchreibt in annotationibus ad Iʒ. caput Io- annis alſo: Peculiaris nota Chriſtianorum eſt, ſi dilexeri- tis vos inuicem, nec id ſane vulgari more, verum ſi ſic di- lexeritis vos inuicem, ſicut ego dilexi vos: Non dixit, ſi hoc aut illo titulo vocemini, ſi his aut illis veſcamini cibis, ſi ſic aut ſic veſtiamini, ſi tales aut tales obſeruetis cæremo- nias, ſi tot ac tales axhauriatis preces: zu teutſch / Diß iſt das eigentlich Kennzeichen der Chriſten / wann jhr euch vn⸗ der einander werd lieb haben / vnd zwar nit mit einer gemei⸗ nen Liebe / ſonder wann jhr euch vnder einander werd lieben / wie ich euch geliebet hab. Er hat nit geſagt / wann jhr mit die⸗ ſem oder jenem Tittel genennt / wann jr dieſe oder jene Spei⸗ ſen gebrauchen / wañ jr alſo vnd anderſt gekleyt ſeyt / wann jr ſo viel vnd ſolche Gebet thun werdt: Welches auch mit deß Hærꝛn Gezeugnuß ſelbſt ʒuſtim̃t / da er ſpricht: Dabey wirt man erkennen / daß jr meine Juͤnger ſeyt / wann jhr euch vn⸗ der einander werd lieb haben. Weiter gehort zur wahren Kirchẽ Chriſti / daß die Glieder derſelben ein Seel / ein. Hertz haben / vnd in der Lehr deß Glaubens einerley geſinnet / vnd daß kein ſpaltungen vnder jnẽ ſeyn:daß ſie Jeſum Chriſtum den Feiſen / darauff ſie gebawen ſind / recht erkennen / daß ſie in aller Gottſeligkeit ein Chriſtlich Leben / vñ vnſtraͤfflichen Wandel fuhren / daß ſie den rechtẽ verſtandt der H. Schrifft haben. Daß ſie new vnd widergeborne Menſchen / vnd Kin⸗ der Gottes ſeyn / die Gott vnd den Hærn Jeſum Chriſtum hertzlich lieben, ſeinẽ Gebotten gehorſamen /dieſelben halten / vñ wider den Sathan / die Welt / vnd alle ſuͤndliche Begier⸗ den vnd Anmuthungẽ deß Fleiſches vñ der Suͤnden / Chriſt⸗ lich vnd ritterlich ſtreitten. Daß ſie zum Gebet im Namen
B ij Chriſti


