Pſalm. 32‧
Fochʒeit Predig diß Wolgeborncn Hermn / Ferin abſondern / vnd ein andere verſamlung ſuchen / vnnd ſich zu der ſelben halten ſoll. Vatauff iſt diſes die Grundtliche Antwort. Die Chriſtliche Gemein vnd ein jeder rechter
Chriſt / iſi vor Gott rein vnd Heylig / dardurch / der gantze
verdienſt / reinigkeit vnſchuld vnnd Heyligkeit des Herꝛn Chriſtiallen Glaͤubigen zugerechnet/ vñ geſchenckt wird / darumb ſie vor den Augen des Hiliſchen Vatters fur ſo Hoylig gehalten / als vb ſit ohn alle Sünd wehren / vund nie nichts vnrechts gehandelt hetten. Dann weil alle die getaufft ſein (wie S. Paulus ſchreibt. Zun Galat: am 3. Cap.) den Heran Chriſtum (als ein köſtlich Kleid) angezogen / ſo decket diſes Kleid alle angeborne vnd begang⸗ ne Suͤnd alſo zu / das ſie dem Glaubigen nicht zugerechnet werden. Darumb ſagt der Pſalm: Woi dem / die vber⸗ trettung nergeben ſind / dem die Sůͤnd bederkt iſt. Wol dem Menſchen / dem der Herꝛ die miſſethat mit zurechnet. Vnd dieweil der Herꝛ Chꝛiſtus ſein Geſpono / die Chꝛiſi⸗ liche Gemein / ſo hoch geliebt / das er auch ſein Leben fuͤr ſie gegeben / vñ heutigs Tags einjeden Glaubigẽ Chꝛiſten vil hertzlicher liebet / dann ein Breutigam ſein Hochzeiterin Lieben kan: So wil auch der Her: Chriſtus an ſeiner Ge⸗ ſpons (den glaubigen allerley Menſchlicher fehl vñ meng⸗ einicht ſehen: Gleich wie ein Breutigam an ſeiner geliebiẽ Hochzeiterin (von der wegen groſſen inbruͤnſtigen Liebe) allerley gebrechen an jhrem Leib nicht ſihet oder achtet: Dann die groſſe Liebe deckets alles zu. Diſer geſtalt will auch der Herꝛ Chriſtus / in diſem leben / an ſeiner Gemein weder flecken noch runtzein ſehen.
Es bleibt aber gleichwol noch die Suͤnd in
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