Luc. 1
Sochʒeit Predigen deß Wolgebornen Gerin / erin vermiſchet. Sondern diſes iſt der rechte verſtand diſes Artickels / von der empfengnuß Chriſti das der heilig Geiſt durch ſein Goͤttliche krafft / im leib der Hochgelobtẽ Jung⸗ frawen Maria gewuͤrcket / das in dem ſelbigen / auß ſhrem⸗ der Jungfrawen / fleiſch vnnd Blut /ein reiner Heiliger Menſch / von Leib vnd Seel (ohn zuthun eines Mans / vnd vnuerletzt der Jungfrawſchafftherſchaffen vnd empfangen wuͤrde. Darumb ! als die Jungfraw Maria nicht ge⸗
encken kondte / wie es zu gehn muͤſte / das ſie ſolte / ohn in Man Schwanger werdẽ: Antwort jr der Engel Gabriel alſo: der Heilig Geiſt wuͤrdt vber dich kommen / vnnd die krafft des Hochſten wuͤrdt dich vber ſchatten. Vnd iſt diß ein ſonderlich Werck vnnd Krafft des Heiligen Geiſts ge⸗ weſen / daß er auß dem ſteiſch vnnd Blut der Hochgelobien Jungfrawẽ Maria(welche / wie andere Menſchen / in ſun⸗ den emyfangen vnd geborn / vnd mit der Erbſuͤnd behafftet geweſen)dannoch einen reinen Heiligen Menſchen erſchaf⸗ fen / der mit der Erbfuͤnd nichtbehafftet / ſondern von derſel⸗ ben allerdings rein vnd vnſchuldig geweſen. Gleich als wann ein Goldſchmid von einem gemeinen Werck ſilber (welches mit Kupfer durch vnd durch vermiſchet / das man
ech ſtůcklin daran zeigen kan / in welchem kein Kupſer
ere ) ein ſtuck herab nimbt vnd brennets fein / das allein dz rein fein ſilber bleibt / das Kupfer aber allerdings daruon abgeſuͤndert wirdt: ſoiſt es ja eben das vorige ſilber / das an dem andern ſtuck ſilbers geſtanden: es iſt aber nicht mehr
ein vermiſcht ſilber: hat kein Kupfer mehr:ſonderniſt aller⸗
dings von dem ſelbigen gereiniget. Alſoiſt die Menſcheit Chyriſii von dem ffeiſch vnd Blut der Hochgelobten


