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Ein Predig Avß dem vierten Capitel des Euangelisten Matthei : Von den Versuchungen Christi : Darinnen auch gehandelt würt, von der Person Christi, Vnd von den gantzen, halben, vnd haimlichen Zwinglianern : Gehalten auff der Fürstlichen Vestung Hohenasperg, den 12. Februarij, Anno 1581 / Durch D. Lucam Osiandrum, Würtenbergischen Hofpredigern
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Verſuchungen Chꝛiſti aigenſchafften ſeyen / fur ſich ſelbſt / als eines Menſch⸗ lichen leibes. Dann beiderleh ſpruch der Vaͤtter vnſe⸗ rer Chuſtlichen Lehr nicht zuwider ſein. Geſetzt aber / das etliche der Vãtier ſprůch etwas wider die Maiefiet des Menſchen Chuſti lauteten: Warumb ſolten die ſprůͤch nicht ſouil (oder vi mehr) gelten / die dem Men⸗ ſchen Chuiſto ſein gebuͤrliche Maieſiet zuſchreibene als

die jenigen / welche das auſehen haben / als obſie jhme

an ſeiner Maieſtet etwas entzogen? Zu dem / der heiligen Vaͤtter anſehen nun ſo groß bey ſolchen Zheo⸗ logen worden / dz ſie den ſelbigen zu diſem Articul / ohn vnnd wider die heiuig Schrifft / woͤllen glauben: Wa⸗ rumb nemen ſie nit auch der Vaͤtter ſpruͤchen / vnd laſ⸗ ſen ſie gelten / woͤlche von etlichen Articuln auff Baͤb⸗ ſtiſch redẽe warumb vertedigen ſie nicht die anruͤffung der lieben heiligen / andern der gleichẽ Articul mehr welche in etlicht Vaͤttern funden werdene Wir danckẽ bllich dem Allmechtigẽ / das die heilig Schrifft wide⸗ rimb jhr anſehẽ bekom̃ẽ / der heilige Vaͤtter ſchriff⸗ teiallein ſo weit bey vns angenommeʒjwerden / als ſie

mt der heiligen ſchrifft vberein ſtim̃en. Etliche Theolo⸗

genaber woͤllen vns widerumb von der ſchrifft in der Vitter Buͤcher / das iſt / in das weite Meer füren. Da

och offenbar / das man nicht alle ſpruͤch der Vaͤttern

nit einander voncilürn vnd vergleichen kan. Es wöollen aber fromme Chuſten vmb der ehr bottes / vnd jhres eigen Heyls willen / bedencken vnnd erwegen /