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Ein Predig Avß dem vierten Capitel des Euangelisten Matthei : Von den Versuchungen Christi : Darinnen auch gehandelt würt, von der Person Christi, Vnd von den gantzen, halben, vnd haimlichen Zwinglianern : Gehalten auff der Fürstlichen Vestung Hohenasperg, den 12. Februarij, Anno 1581 / Durch D. Lucam Osiandrum, Würtenbergischen Hofpredigern
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Ein Pꝛedig von den walts willen mein gewiſſe nicht beſchweren / noch mein Seel verdammen. Wann man dem Teuffel alſo ant⸗ woꝛtet / ſo muß er ablaſſen / vermag nichts an vns / wie er auch von Chuſto hat můſſen / vnuerrichter ſa⸗ chen / vnd mit ſchandẽ / weichen: daruon hernach an ſei⸗ nem ort ferner ſoll geſagt werden.

Hie moͤcht aber jemand ſagen / oder zum wenig⸗ ſten gedencken· was iſt das fuͤr ein vnbillich dingẽ das der Teuffel / ein verfluchter Geiſt / ſoll mit ſeinen ver⸗ ſuchungẽ den Son Sottes Mariæ angreiffen? jne vexirn vnmd (wie ein andern gemeinen Menſchen) vmbtreiben ? jhme ſein hunger vnnd mangel hoͤniſch vnnd bitter fuͤrwerffen⸗ jhne jetzt auff die Zinnen des Tempels / bald auff ein hohen Berg ſtellen / vnd dem Herin Chuſto ſolche vnbilliche zumuthen thunt alſo / das er auch begeren durffen / Ehriſtus ſolte fuͤr jym miderfallen / vnnd jhn anbetten? Wie kan Chriſtus das von jhm Leiden ? vnnd was darffer lang mit diſem verdampten Geiſt diſputirn ? Warumb hat er jhn nicht mit einem einigen woꝛt von ſich getriben / vnnd jhne jns Helliſch Fewr geſtuͤrtzt / dahin diſer Geiſt verordnet iſt ? Wo bleibt hie vnſers Herin Chriſti Allmechtigkeit vnnd Hertligkeit ? muß er aber ſol⸗ chen hon von diſem boͤſen Geiſt leiden? Antwoꝛt: Warumb der Herꝛ Chriſtus ſolchen mutwillen des Satans geduldet ein zeitlang / das lehret