Druckschrift 
Ein christliche Leich-Predigt, bey der offentlichen Begangnuß vber dem seligen Abschied auß diesem Leben, Weilandt der Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürstin vnd Frawe, Frawen Christinæ, geborne[n] Landtgräffin zu Hessen, Gräffin zu Erbach, [et]c. Deß Wolgebornen Herrn, Herrn Friderici Magni, Graffen zu Erbach, vnnd Herrn zu Breuberg [et]c. gewesener Ehegemahlin, Christseliger Gedächtnuß : welche den 26. Martij, des Morgens frühe, vmb 5. Uhr zu Erbach im Herren Christo seliglich entschlaffen vnnd folgends den 5. Apr. zu Michelstatt Christlich zur Erden ist bestattet worden: Jm Jahr Christi 1596 : gehalten zu Darmstadt in der Pfarrkirchen / durch M. Iohannem Angelum, Superintendenten vnd Pfarrherrn daselbsten
Einzelbild herunterladen

z.Maceh.7.

£

Lombardi ea hiftoria. Matth 10.

Matth. 19. Gen.12.

Geneſ. 13.

Geneſ.24.

Pfal. 91.

Iobiiz.

lobi 19

Ein Chriſtliche Leichpredigt. Da den Macchabeern die Zunge auß dem Halß geriſſen / dle Haͤnde vnd Fůſſe am Leib jhnen wurden abgeſchnitten / auß Befelch deß Tyran⸗ nen Antiocht: So kondte er ihnen dennoch dieſen Schatz nicht nemmen. Das iſt vnſer groſſer Troſt ſagen ſie / daß wir hoffen / wenn vns die Men⸗ ſchen erwuͤrgen / daß vns Gott wůrdwidervmb aufferwecken /⁊. Macch. 2. S man vns gleich das Felle oder die Haut vber den gan tzen Leib ſtreifft vnd abzeucht (wie der H. Bartholomæus in Armenia lebendig ſoll geſchunden ſeyn) ſokan vns doch dieſer vnſer Schatz nicht geraubet wer⸗ den Den Leib konnen die Morder todten / aber nicht die Seel/ darinndie⸗ ſer Schat eyngeſchloſſen: dahin kankein Weltlich Schwerdt oder Meſ⸗ ſer / nimmermehrin Cwigkeit riechen. Vnd da wir gleich etwas vom Zeitlichen / vmb dieſes vnſers Schatzes willen verlieren muſſen ſo ſollen wir dagegen widervmbje fuͤr einen Gul⸗ den / hundert Guͤlden zu gewarten haben. Dann vnſer lieber Schatz wil vnd kan leichtlich alles compenſiren vnd wider erſtalten. Da Abraham vmb dieſes Schatzes willen ſein Vatterlandt verließ / Gen. r⁊ vnd begabe ſich auff Gottes Befelch ins Armut / daward es jhm mehr als hundert⸗ fältig / auch in dieſer Weltjeitlich vergolten. Dann bald im 1z. Cap deß er⸗ ſten Buchs Moſis wirdt geſagt/Abraham war ſehr reich von Viehe / Sil⸗ ber vnd Goldt. Vnd im 24. Capitel ſagt ſein Haußvogt von ihm: Der Hen hat Abraham reichlich geſegnet/ vnd iſt groß worden / vnd hal jhm Schafvnd Ochſen / Silber vnd Goldt / Knecht vnd Maͤgde / Camel vnd Eſelgegeben c. Die dritte Vrſach iſt / dieweil vns dirſer vnſer Schatz kräfftiglich vnd beſtändtglich im Todttroͤſtet. Er verlöſt vns nicht in der letten hoͤchſten Noht: Ich bin bey jhm in der Noht /ſpricht er / Pſal. qu. Ja wenn eben aller Welt Troſt auß iſt / vnd aller Ereatuten Huͤlffe auffhoͤret vnd zu ruͤck trit⸗ tetyals denn ſo trut dieſer vnſer Schat zu vns⸗ ond gibt vns rechten leben⸗ digen Troſt /wider alle Anfechtung vnd Anklage deß Teuffels: daß wir froͤ⸗ ſich können ſterben / vnddeß juͤngſten Tags mit allen Freuden erwarten⸗ Wann du mich gleich tödten wirſt (ſagt Job in ſeinem tieffſten Leiden/ Creut vnd Armut) ſo wil ich doch auff dich hoffen. Dann ich weiß / daß mein Erlöſer (mein Schatz)lebet der wirdt mich hernach auß der Erden aufferwecken / vnd werde darnach mit dieſer meiner Haut vmbgeb en wer⸗

den / vnd werde in meinem Fleiſch Gott ſehen; denſelbigen werde r e

1