6
Herꝛ redet / wer ſolt nicht weißſagen / vnnd den Zorn deß Hx RRER verkuͤndigen?
Dieweil wir aber Chriſten ſeyn / wiedergeboren zu ei⸗ ner lebendigen hoffnung / ſo ſollen wir nichttrawren / wie die / ſo keine hoffnung haben / Sondern auß dem Wort Gottes / das allein vnſer troſt iſt in der böſen zeit / vnder- richt vnd troſt ſuchen / Im geraumen vmbkeren / vnd den Herꝛen vnſeren Gott / ſampt ſeiner gnad vnd huͤlff / weil er noch ʒu finden iſt / ſuchen / Daß nicht all das vngluck das vns der Herꝛ droͤwet / vber vns komme / vnſere fein- de vber vns erfrewet / vnnd vnſerer wiederſacher Horn
erhöhet werde. Darvmb / ſo laſt vns auß verleſenem
II.
Tert dieſe zween Puncten mit einander bedencken vnd erwegen.
Erſtlich / warvmb wir in dieſem klaͤglichen vnd hoch⸗ betrůbten fall / trawren vnnd klagen ſollen: Vnd wtr dem kuͤnfftigen vnglůck / das vns der Her dadurch fuͤr die augen ſtellet / zu begegnen ſey.
Weß wir vns auch in dieſem fall zu troͤſten haben.
Vom Erſten.
Wir elenden Menſchen ſeynd gemeiniglich alſo ge⸗ ſchaffen / daß wann vns Gott ſtraffet vnd ſchlaͤget / wir
allein auff die Wunden oder den Stein / damit wir ge⸗
troffen ſeynd / ſehen / viel davon wiſſen zu ſagen vndzu klagen: Mercken aber nicht auff die hand deſſen / der den ſtreich oder wurff gefuhret hat / noch auff die vrſachen vmb deren willen ſolche ſtraffen vber vns kommen / vnd der Zorn deß Allmaͤchtigẽ vber vns außgeſchuttet wirdt.
arvmb klaget allhie der Geiſt Gottes / durch den Propheten Jeſaiam / vnnd anderswo in der Schrifft /
vber ſolche groſſe blindheit / vnachtſamkeit / vnd ſicher⸗
heit


