zu Ortenburg. 3
Auß dieſem worten aber wollen wir durch Gottes gnad jetzundt zweyerley bedencken:
1. Waß ſich Paulus in ſeinen banden zu Rom / vnd daer
baldt hat ſollen auffgeopffert werden / getroͤſtet habe.
11. Was ſein einiger wuntſch vnd begierde ſeinet halben geweſen ſey. l
Dm Erſten redet er alſo / daß er anzeiget / was ſein
endlich warten vnd hoffen mit aller freudigkett gewe⸗
ſen ſey: Ich warte endlich / ſpricht er / vnd hoffe / daß ich in keinem ſtucke / zuſchanden werde / ſondern daß mit aller⸗ ley freudigkett / gleich wie ſonſt allezett / alſo auch jetzt /Chri⸗ fius hoch gepretſet werde anmeinem Leibe / es ſey durch Le⸗ ben / oder durch Todt. Setzet auch darnach die Vrſach dazu / vnd ſpricht weiter: Denn Chriſtus iſt mein Lehen / vñ Sterben iſt mein Gewin.
Wann wir nun dieſe worte behertzigen / ſo werden wir befunden / wte Paulus nicht auff ſeinen gegenwertigen zu⸗ ſtand / auch nicht auff das / was ſich mit jhme fuͤr den Leuten / vnnd fleiſchlichen Augen wuͤrde begeben: ſondern auff den Außgang / vnd Ende fuͤr dem HErꝛn Chriſto / geſehen habe⸗ daß jhme alles zum beſten / vnnd zu ſeiner Seeligkeit dienen wuͤrde. Im deme er aber ſeines endlichen vnd aͤngſtlicht erwartens vnnd hoffens gedencket / giebt er damit zuverſte⸗
hen: daß er einen waren / vnnd lebendigen Glauben gehabt
habe: denn hoffnung ohne Glauben nicht ſeyn kan / ſondern wo hoffnung iſt / da kommet dieſelbe auß dem Giauben :ja⸗ der Glaube iſt eine gewiſſe zuverſicht deß / das man hoffet⸗ vnd nicht zweyfelt an dem / das man nicht ſichet. Was
A ij auch
Hebrit.v6


