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Zwo Leichpredigten, Bey dem Conduct vnd Begräbnis, Des Hoch: vnd Wolgebornen Graven vnnd Herrn, Herrn Joachim der Eltern Graven, Graven zu Ortenburg, Christseliger vnnd milter gedächtnis / gehalten, Durch Matthiam Platonem Soltvvedelensem, Dienern deß worts Gottes zu Amberg
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zu Ortenburg. 3

Auß dieſem worten aber wollen wir durch Gottes gnad jetzundt zweyerley bedencken:

1. Waß ſich Paulus in ſeinen banden zu Rom / vnd daer

baldt hat ſollen auffgeopffert werden / getroͤſtet habe.

11. Was ſein einiger wuntſch vnd begierde ſeinet halben geweſen ſey. l

Dm Erſten redet er alſo / daß er anzeiget / was ſein

endlich warten vnd hoffen mit aller freudigkett gewe⸗

ſen ſey: Ich warte endlich / ſpricht er / vnd hoffe / daß ich in keinem ſtucke / zuſchanden werde / ſondern daß mit aller⸗ ley freudigkett / gleich wie ſonſt allezett / alſo auch jetzt /Chri⸗ fius hoch gepretſet werde anmeinem Leibe / es ſey durch Le⸗ ben / oder durch Todt. Setzet auch darnach die Vrſach dazu / vnd ſpricht weiter: Denn Chriſtus iſt mein Lehen / Sterben iſt mein Gewin.

Wann wir nun dieſe worte behertzigen / ſo werden wir befunden / wte Paulus nicht auff ſeinen gegenwertigen zu⸗ ſtand / auch nicht auff das / was ſich mit jhme fuͤr den Leuten / vnnd fleiſchlichen Augen wuͤrde begeben: ſondern auff den Außgang / vnd Ende fuͤr dem HErꝛn Chriſto / geſehen habe⸗ daß jhme alles zum beſten / vnnd zu ſeiner Seeligkeit dienen wuͤrde. Im deme er aber ſeines endlichen vnd aͤngſtlicht erwartens vnnd hoffens gedencket / giebt er damit zuverſte⸗

hen: daß er einen waren / vnnd lebendigen Glauben gehabt

habe: denn hoffnung ohne Glauben nicht ſeyn kan / ſondern wo hoffnung iſt / da kommet dieſelbe auß dem Giauben :ja⸗ der Glaube iſt eine gewiſſe zuverſicht deß / das man hoffet⸗ vnd nicht zweyfelt an dem / das man nicht ſichet. Was

A ij auch

Hebrit.v6