Alſo hat gebetet der Mann Goktes Moſe am ro⸗ Exod. 14. then Meer / do er fur groſſer angſt zu Gott ſeufftzet / vnd
Gott ſolches erhoͤret / vnd ſaget: Moſe / was ſchreyeſtu
zu mir? Alſo hat die Hanna Gott vmb einen Sohn 84m. 1. angeruffen / in dem der Tert meldet: Hanna redet in
jhrem hertzen / allein jhre Lippen regeten ſich / vnd jhre
ſtimme horet man nicht. Ein ſolch andechtig Gebet
wil Gott allhier auch haben / darumb Lyra dieſe wort / Glamauit ad me, alſo ausleget / das er hinzu ſetzt / oran⸗
do deuotẽ, das iſt / Er ruffet mich an / in dem er mit al⸗
ler andacht ſeines Hertzens betet. Es kan auch wol
durch das Clamare oder anruffen verſtanden werden ⸗
das ſtetige anhalten mit dem Gebet / nach dem Exempel
des Cananeiſchen Weibleins / biß man erhoͤret wer⸗
de/ welches Lutherus nennet orationem improbam.
Solch Gebet gefelt Gott wol / wil es auch erhoren / vnd
helffen / wie der H E RR Chriſtus ſaget: Solte Gott Luc. 15. nicht auch retten ſeine auserwehlten / die zu jm tag vnd
nacht ruffen / vnd ſolt gedult druͤber haben? Ich ſage
euch / er wird ſie erretten in einer kuͤrtze.
Es iſt aber ſehr troͤſtlich / das der hoͤheſie vnd All⸗ mechtige nicht ſaget / Der ohne Suͤnde iſt / meine Ge⸗ bot vollkoͤmlich gehalten / vnd viel guter werck gethan hat / dem wil ich aushelffen / ſchuͤtzen / erhoͤren / etẽ. Sondern gar ein anders ſetzet er / nemlich / hertzliches begeren Gottlicher gnaden / erkentnis ſeines herrlichen Namens / vnnd anruffung ſeiner Barmhertzigkeit. Denn wenn vns nicht ehe gutes geſchehen ſolte / wir hetten es denn zuuor mit vnſern wercken vmb Gott ver⸗ dienet / wuͤrden wir gewißlich / dieweil wir alle zumal ſuͤndigen / vnd mangeiln des Rhums / den wir an Gott Rom. 3. Cij haben


