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Christliche Predigt, Bey dem Begrebnis der Erbarn vnnd Tugentsamen Frawen Barbara Hewerin, weiland des Erbarn vnnd Achtbarn Herrn Johan Heinrich Hewers, Chur vn[d] Fürstlichen Sächsischen gewesenen AmptSchultheissen zu Suhla, hinterlassenen Widtwin : Anno 1599. den 13. Januarij, aus den letzten dreyen Versen des 91. Psalms gehalten / Durch M. Christophorum Schadium, Pfarrherrn zu Suhla
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abtreiben laſſe.

2. Qui nomen Dei cogno⸗ lcit.

3⸗ Qui Deum leriò inuocat

Luc. 17.

ten / vnd jym anhangen / das man ſich von jhm nichts

Darnach mus er Gottes Namen kennen / welches bey dem vorigen notwendig ſein mus. Denn keine wa⸗ re beſtendige liebe nimmermehr ſein kan / es komme denn dieſelbe aus dem rechten erkentnis des Goͤttlichen Na⸗ mens. Was heiſt aber den Namen Gottes kennen e Nichts anders / denn Gott alſo erkennen / wie er ſich in ſeinem Wort geoffenbaret. Item / Gott vnnd ſeinem Wort vertrawen / vnd feſtiglich gleuben / das er vmb Chriſti Iheſu willen gnedig ſein / Suͤnde vergeben / vnd in allen nõten / ſo fern es ſeine Goͤttliche ehre vnd vnſere Seligkeit belanget / gerne helffen wolle.

Endlich folget auff das begeren vnnd kennen das anruffen. Denn niemand Gott anruͤffet / es ſey denn das er jhn recht erkenne / mit hertzlicher liebe jhm an⸗ hange / vnd feſtiglich Gottes verheiſſung gleube. Wie ſollen ſie / ſagt S. Paulus / anrufſen / an den ſie nicht gleuben? Anruffen aber heiſſet in heiliger Sprache ſo viel / als mit dem ruffen Gott begegnen / Wie die zehen Auſſetzige im Euangelio mit jhrer erhabenen ſtimme dem HErrn Chriſio begegneten / vnd geſchicht ſolches nicht nuͤr mit dem Munde / ſondern alſo / das man zu⸗ gleich von gantzem Hertzen zu Gott ſeufftzet / welches denn das beſte Gebet iſt / auch von Gott gnedig erhoͤret wird / wie die bekandte Vers lauten:

Non vox, ſed votũ, non muſica chordula, ſed cor, Non clamor, ſed amor cantat in aure Dei.

Alſo