Leichpredigt vber den Spruch vnd weil ſie alle abgewiechen / dz die Fraw von Bila wol⸗ te zu hauſe fahren / bat er ſelbſi / ſie wolte denſelben Tag warten / wo es ſein kondte / kam jhm der Schlaffan / der doch keine ſtat fand / die Natur hatte jhren gang / begerte noch ein linden Tranck / dem jn Chriſtoff Sigmundvon Bila wermet vnd gab. Darnach ſprach er zu vns heiden / jm werde gar ſeltzam / nam frieſchẽ Brun / vnd wolte kein Esſig oder ſterckung brauchẽ. Sagte abermals / es were ſchwerlich hoffen / das er die Mittagsſtunde erwarten werde. Ob gleich der meiſte theil hoffte / es herte nit noth / war kein auswerffen mehr / denn was er zu ſich in einem Trunck nam.
Bald klagete er / der rechte Schenckel werde jm gar heiſs / vnd ſchmertzete jn / Er beſorgete wen er auffs Bet⸗ the keme / wuͤrde es balde zumende gehen/ Ich fuͤlete die Hitze / auch Hitze der Stirne / vnd groſſe Mattigkeit /lieſ⸗ ſen jn ein wenig ſitzen.
Seuger Bald auffſein begeren /daſn ſein. Hertzlieſter Schwa⸗
Ibſchid. ger vnd Geuatter / Chriſtoff Sigmund / auff ſeinẽ Arm nach dem Betthe bringet / vnd ich nach den fuſſen greiffe/ belòmpter ein Hettzittern vnd ſchrey: D HErr Jeſu etbarm dieh mein / vnd in dem ich nach dem Heupte ging / vnnd beide rieffen zu jm: HEtr Jeſu erbarm dich mein /
Gebet, erbarm dich diß ſterbenden Menſchen/ nieder fielen vnnd das Vater vnſer beteten / war er ſanfft dahin gezuckt / dʒ er aus aller Noih erloͤſet / imaller Frewde lebet.
Ehe wir recht angefangen zu tuffen: In deine Hende / befehlen wir dieſe Seele / du trewer G Btt / hat er ſie von der Quall erloͤſet / vnnd in der letzten Noth errettet / das wir wol ſagen moͤgẽ: Sein Jamer Trůbſal vnd Elend / iſt komen zu einem ſeligen end / Er hat getragen Chriſti Joch / iſi geſtorben vnd lebet noch · 5 6


