Endlich ſollen wir die Heuptlehr / die ſich vornemlich vff gegenwertige handlung ſchicker / nicht dahmden laſſen ⸗ welche da iſt von der eiteln nichtigkeit vnd groſſen vnbeſten⸗ digkeit Menſchliche s lebens auff erden. Das gibt die gleichnis von dem H. Jacobo allhier gebrauchet / das vnſer leben ein dampff iſt / der eine kleine zeit wehret / darnach aber verſchwindet. In gleicher meinung ſpricht der liebe Job amꝰ. Gedencke / das mein lebenein Wind iſt / vnd mei⸗ ne augen nit widerkommen zuſehen das gute. Allermaſſen wie im Pſalmen ſieht: Er gedacht / das ſie Fleiſch ſind / ein Wind der dahin fehret / vnd nit wderfommet.
Im Buch der Weisheit werd ein Regiſier ſolcher gleichniß erzelet / darmit dieſes lebens fluͤchtigkeit anzuzeigẽ / mit dieſen Worten: Es iſt alles dahin gefaren / wie ein Schatte / vnd wie ein geſchrey / das fuͤrvber fehret / wie ein Schuff auff dem Waſſerwogen dahin laufft / welches man / ſo es furvber iſt / keine ſpůr finden kan / noch deſſelbigen bahn in der finht. Oder wie ein Vogel / der durch die lufft fleuget / da men ſeines wegs keine ſpuͤr finden kan. Denn er regt vnd ſchlegt in die leichte lufft / treibt vnd zertheilt ſie mut ſeien ſchwe⸗ benden flaͤgeln / vnd darnach findet man kein zeichen ſolchs flugs darinnen. Vder als wenn ein pfeil abgeſchoſſen wird zum ʒiel / da die ʒurtheilte lufft bald wider zuſammen fellet ⸗ das man ſeinen flug dadurch nicht ſpuͤren kan.
Sonderlich aber pflegt der Heilige Geiſt des menſchen leben offt zuuergleichen dem verwelcklichen graß vnd blumen auff dem Felde · Wie geſchrieben ſicht im Buch Job am 4. Der Menſch vom Weib geborn / lebt kurtze zen / vnd iſt voller vnruhe / geht auff / wie eine blume / vnd fellet ab / fleugt wie ein ſchatten / vnd bleibet nicht.
Vnd im 9o · Pſaln ſieht· ¶ Du leſſeſt ſie dahin fah⸗ ren / wie ein ſtrom / vnd ſind wie ein ſchlaff / gleich wie ein
grah /


