ſeinem 31. Pſalm alſo: Sortes meæ in manibus Domi ni, Das iſt / Meine ʒeit ſtehet in deinen Haͤnden. Mit die⸗ ſen worten ʒeuget vnd lehret Dauid / wfe das gantze Leben der Menſchen nicht auff dem blinden glůͤck oder vngluͤck beruhe/ Sondern allein von GOtt hertuͤhre / von G Olt moderiret vnd endlichen geſchloſſen werde. Die weiſen vnnd vernuͤnfftigen Heyden haben zwar ein ſehr feines ge⸗ dicht gebabt / iun dem ſie den Lauff Menſchliches Lebens den dreyen Parcis zugeſchrieben vnd vorgeben / Es gehe mit dem Leben der Renſchen zu / wie mit einem faden / darzu die drey Parcæ jhre Haͤnde gebrauchen: Eine die halt den Ro⸗ cken vnd ſpinne an / die andere ſpinne fort/ die dritte reiſſe ihn plotzlich ab / nach dem wolbekandten Verßlein:
Crlo colum lainlat, Tachſi tralit, Aurpon dccat.
Aber wenn wir ſolchem gedicht gleich genaw vnd eben nachdencken/ ſo iſt vnd bleibet es ein gedicht / ohn einigen lebendigen Troſt. Dargegen / wenn wit Dauids wort in der furcht de⸗ HErrn erwegen / ſo befinden wir / wie ſie voll ſchoͤner Lehren / voll herrliches Troßtes / vnnd weiſen vns gleich mit Fingern / wie Gott das Fac totum, Heber vnd Leger dieſes Lebens ſey vnd bleibe.
Denn ſo wir die Augen vnſerer Hertzen zu dem vr⸗ ſprung vnnd anfang vnſers Lebens wenden / ſo muͤſſen wir trawn ſampt allen Euæ Kindern das Jobs Licdlein / Cap. 10. mit vnſerm Ja bekrefftigen vnd ſagen: Deine Hand hat mich gearbeitet / vnd gemacht alles was ich vmb vnnd vmb bin. Eben das beweret die Kirch Gottes / Eſaie 64. Etr / du biſt vnſer Vater/ wir ſind Thon / Du biſt vnſer Vopffer / vnd wir ſind alle deiner Haͤnde werck. Pſal. 22. Du haſt mich aus meiner Mutter Leibe gezogen/ Du wa⸗ reſt meine zuuerſicht / da ich noch an meinet Mutter Bru⸗ ſten war. Betrach⸗


