Leichpredigt. Vater ſein Kind / geliebt / geehret vnd gefordert / vnd in Summa / es haben S. G. gegen hohes ſtandes Perſonen / deßgleichen gegen die/ ſo S. G. gleich / anch geringeres Standes geweſen / alſo jederieit verhal⸗ ren / daß ich gewiß bin /es werde menniglich mit S. G zu frieden gewe⸗ ſen ſein / vndmit vns derſelben todtlichen Abgang hoͤchlich betrauren.
In Crentz vnd Widerwertigkeit/ deren S. G. nicht wenig ge⸗ habt vnd außgeſtanden / ſeind S. G. gedůltig geweſen / dem licben Gott ſtill gehalten / vnd nicht wieder jhn gemurret/ ſondern allzeit geſagt/ Ich muß das leiden / die rechte Handt des Höchſten kan al⸗ ies endern. Item / Haben wir guts empfangen / warumb ſolten wir das boͤſe nicht auch annemen. Wie wir zum cheil in der Predigt ge⸗
hoͤrt / vnd jetzo bald weiter vernemen werden.
Zum Friede iſt dieſer Herr geneiget / aber Sunden vnd Laſter ſpinne feind geweſen / ſonderlich dem offart /Lugen / Fluchen / Schwe⸗ ren / Vnzucht vnd Vollerey. In Summa /er iſt geweſen àmator vir- tulum ꝙ oſon vitiorum Ein ſoicher Herr / der Tugend geliebt / vnd La⸗ ſter gehaſſet hat.
Vnd ſo viel von S. G. Ankunfft/ Geburt / deben vnd Wandel⸗ Daranß genugſam erſcheinet / daß dieſer vnſer anediger Graff vnnd Herr /loblicher Gedãchtnis / ein recht Chriſten Hertz geweſen / welches jhm in ſeinem gantzen Leben / Gottes Ehr vnd Furcht /Tugend vnd Er⸗ barkeit / Zucht vnd Billigkeit zum hochſten hat laſſen angelegen ſein: Welches denn eine beſonder Gabe vnd Gnade GOttes / vnd wol dan⸗ ckens werthiſt / wenn Gott einer Stadt / einem Lande einen ſolchen D⸗ berherren vnd Regenten gibt / der vor allen dingen auff SOttes Ehr vnd der Vnterthauen Gedeyen ſihet/Tugend vnd Gerechtigkeit liebt / ſchůtzet vnd handthabet. Aber jhr viel vnter vns hahen es nicht erken⸗ net /noch Gott fur eine ſolche Chriſtliche Obrigkeit gedancket/ſondern ſind jhm mechtig vndanckbar dafur geweſen / vnd ich achte/ wenn vns Gott ſelber enen Oberherren vnd Regenten nach vnſerm Willen ver⸗ machete / ſo verdienerer doch keinen Danck beybns. Was ſaget aber bie Schrifft? Das Vnglůͤck / ſpricht ſi / ſol von dem Hanſe des Vn⸗ danckbaren nicht weichen / Prov· 1.
Iſt denn kein Mangel noch Ichl an dieſem Herren geweſen?
Vnd hat des Lobens tein ende / werden jhr viel jeno denckeni * ich enn


