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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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Leichpredigt. 36 Es ſind aber S. G. nicht vnbarmhertzig gegen die Armen⸗ noch ſonſt filzig vnd karg geweſen / als die keinem Menſchen zu Hoffe einen Biſſen Brodts / oder Trunct Bier gegoͤnnet / Sendern haben die Baben G O T TE S/ vnd das ſtuͤcke Brodts / ſo S. G. GOT der Almaͤchtig beſcheret vnd gegeben / andern mildiglich mitgethet⸗ let: Haben ſich auch gegen Fuͤrſten / Herren vnd andere Leut / wann die — S. G. eingekehret / alſo erzeiget / daß ſie jhrem Stande gnug ethan. Deim Geſinde haben S. G. an nottuͤrfftigen vnterhalt nichts abgebrochen / ſondern wann es in den Eheſtandt getretten / noch darzu mit reichen Gaben bey geſprungen / auch ſonſten die getrewen Diener mit Huͤlff nicht gelaſſen / wie die wiſſen / ſo es erfahren. Iſt jemandes dieſes Orts trauck geweſen / vnd Labſal aus S. G. Kuͤchen / Keller vnd Apotecken begeret / iſt es jhme nicht verſaget worden / In Summa S. G. haben ſich in dero Haußhaltung / als ei⸗ nem fleiſsigen Chriſtlichen Haußvater geiemet / verhalten / vnd gegen die Duͤrfftigen gutthaͤtig erzeiget. Im Cheſtand / haben ſich S G. mit dero Gemahlinnen / ſo S. G zwey gehabt / als mit vorerwehnten vnſer vorigen Groͤffin vnd anedigen Frawen / Chriſtſeliger Gedaͤchtnis / ſo wol auch mit der Durchlonchtigen vnd Hochgebornen vnſer jtzigen betruͤbten Fuͤrſtin vnd anedigen Frawen / mit welcher S. G. anno 93. Nach dem S. G. faſt zwey Jahr en Wittwer gerveſen / alhier zu Franckenhauſen Bey⸗ lager achalten /jederzeit friedlich / keuſch vnd zuchtig gelebt / ja einen ſol⸗ chen Eheſtandt vor vnd nach gefuhret / daß anch einiger Wiederwill darmn uicht geſpuͤret / Sondern ʒwiſchen S. G. vnd dero beiden Ge⸗ mahlin vnus animus, C Vna anima, ein Hertz vnd ein Seel (alſo zu⸗ ſagen) biß ans Ende geweſen.

Gegen Fuͤrſten / Graffen vnd Herren / c. Haben S. G.ſich zederzeit alſo erwieſen / daß S. G. keb vnd werth gehalten worden/ die auch dieſen S. Goroͤdtlichen Abgang mit vns hoͤchlichen betran⸗ ren.

Die Vnterthanen Edel vnd Vnedel haben S. G. fanfftmůtia⸗ gelinde vnd gutthatig mit ſonderlicher Autoritet enandt: Die Raͤth vnd Dimer/ ſo fern ſie ſich der Gebuͤhr verhaltev / haben S. G. wie em

Sij Vater