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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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Leichpredige. Denn wer auß dieſen Felſen bamt/ Ob jhm gleich geht zu handsn Viel Vnfall hie / hab ich doch nie / Den Wenſchen ſehen fallen / Der ſich verleſt auff Gottes Troſt / Er hufft ſein Olanbigen allen.

Sche kömpſtu nun in Angſt vnd Anfechtung / miſt leiben vnb vngemach in dieſer Welt erfahren / deine Noth iſt groß / dem Anligen iſt ſchwer / friß vnd greme dich nicht damit /haͤuffe nicht ſelbſt dein Lid vnd Vngluck mit vnnůtzen / gefaͤhrlichen / Melancholiſchen Gedau⸗ een / caput Relancholicum eſt Diaholo paratum balneum haben die Al⸗ ten geſagt / der Sathan genſt gerne / da es zunor naß iſt / findet er vns ſchwermutig vnd traurig / ſo hat er einen groſſen vortheil / vns in Zwei⸗

fel vnd Vnglůͤck zu ſtuͤrien / ſondern ſage es von dir / vnd klage es from⸗

men Chriſten / allermeiſt aber Gott / wie hie Dauid thut / Ich ſprach /

ſagt er: Er hat jhm den Traurgeiſt den Sathan das Maul nicht laſſen

verbinden vnd jn knuͤpffen / ſondern hat in ſeinem Leiden geſprochen/

den Mund auffgethan / vnd ſein Anligen Gott geklagt vnd geſagt / deſſen Rechte Hand alles endern kan. Wenn du dem auch folgeſt / ſo wirffeſiu einen ſchweren Stein von deinem · ertzen / vnd kan dir als denn leicht vnd wol geholffen werden / die Rechte Hand des Hochſten kan alles endern / die kan dein Leid in Freud verwandeln / vnd kan deine Jeinde vnd Beleidiger / ie dich aͤngſtigen / drucken vnd verfolgen / vn⸗ terdrucken / daß ſie wie Pharae / muſſen in ſumpff vnd grundt gehen / denn Gott hat eine ſchwere Haud / die deine beleidiger auch wol gar in Abgrund der Hellen druͤcken /ich dagegen von jhrem Freuel erretten / vnd zuehren ſezen kan / ſie kan alles endern / wenns auch die Helle vnd der Zodt ſelbſt were. Wie er dann ſolches albereu gnugſam mit der that / in vnſer hoͤchſten Seclen gefahr bewieſen / in dem er all vnſer Fein⸗ de / die vns wegen vnſer Suͤnde zu mechtig waren / durch ſeinen ſtarcken Arm / ſeinen licben Sohn Iheſum Chriſtum / vertulget / vns auß jhrer Macht vnd Gewalt erxetiet / vnd vnſern kleglichen Jammer / darinn wir der Suͤnden halben gerathen / in einen gar ſeligen Zuſtand trang- mutiret vnd verwandelt/vnd ſeiner ewigen Weißhett vnd Allmache nach / wunderbarlich geendert / vnd vns zum beſten gewendet hat / in dem er vnſere Suͤnde auff ſeinen lieben Sohn gelegl / vnd vus an ſtatt des

Iluchs /

— „ k.