Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Bey dem Begräbnuß weiland deß Gestrengen, Edlen vnd Ehrnvesten, Melchior von Langenstein, genandt Guntzenrodts, Fürstlichen Würtzburgischen gewesenen Amptman zu Murstatt, vnd Burgkman zu Schrecksbach, [et]c. : Welcher im Herrn seliglichen entschlaffen Montags früe vmb 2. vhr, den 20. Martii jeztlauffenden 1592. Jahrs, vnd folgenden Donnerstag, welcher war der 24. iusdem, in der Krichen zu Schrecksbach ehrlich vnd Christlich zur Erden bestattet worden / Gehalten Durch Joannem Milnerum, Diener am Wort Gottes vnd Pfarrherrn daselbst, [Valentinus Schonerus, Rodolphus Goclenius, Hieron. Treutlerus]
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Luc.6. 1. Cor. 4

Sap. 5.

Eſa. 30.

. Tim.1.

1. Pet. 1.

Pſal. 9. 1. Sam.16. Act.ij.

Geneſ.5. Syr. 18. Heb.9. Geneſ. 5. 2. Reg. 2. Pſalm. 34. Rem. 4.

. Pet. 4. Thren.3.

16 Chriſtliche Leichpredigt. vnrecht. Denn auch mancher ſchalck die boßheit ſeines hertens mei⸗ ſterlich bergen / andern Leuten / ja wol groſſen Hauptern ein Blet⸗ lein auff die Augen kleiben kan / daß einer ſchwur es were ein from⸗ mer Man. Darumb wir cauti vnd vorſichtig ſeyn / niemand allzu⸗ bald vrtheilen oder richten ſollen / damit wir vns an dem vnſchuldi⸗ gen nicht vergreiffen Dieweil auch der Welt vrtheil mehr boß vnd verkert / ſollen wir vns deſto weniger daran kehren oder wenden / denn es vns weder im leben oder ſterben nachtheilig vnd ſchedlich ſeyn kan: Sondern wir ſollen den richtigen Weg grhen / vnſern beruff vnd erwehlung feſt machen / eine gute Ritterſchafft vben / den Glau⸗ ben vnnd gut Gewiſſen bewaren / ſo werden wir dennoch das end vn⸗ ſers glaubens davon bringen / nemlich der Seelen ſeligkeit. Vnd heißt recht wie Tertullianus ſagt: Cumdamnamur à mundo ab- folvimur à Deo. Das iſt / wenn wir von der Welt verdammel wer⸗ den / ſo werden wir von Gott abſoluiret vnnd loß geſprochen. Denn Gottes vrtheil vnd meinung iſt viel ein ander vnd beſſer / welcher als der recht vgeyrcens auch das Hertz / welches er ſelbſt durch den Glauben reyniget / anſihet vnd kennet. Was iſt denn nun Gottes vr⸗ theyl vnd meynung? Das ʒeygt der Prophet hierinnen / daer ſpricht: Heilige Leut werden fur dem vngluck weg oder auffgerafft. Das iſt ein gemeyn art ʒu reden in der Schrifft / wie von Abraham: Colle- Gus eſt ad patres ſuos, Er iſt verſam̃let ʒu ſeinen Vorfahren / das iſt⸗ er iſt geſtorben. Darbey wir vns vnſerer ſterbligkeyt crinnern / daß einem jeden Menſchen geſetzt ein mal zu ſterben / wie alle geſtorben ſind / außgenommen Enoch vnnd Elias. Wie aber alle Menſchen ſterben muſſen / alſo bevor die goitfeligen vnd glaubigen. Deñ gleich wie dieſelbigen mehr jamers in der Welt außſtehen vnnd leiden muͤſ⸗ ſen / nach Gottes willen / denn ohn denſelbigen jhnen nichts widerfah⸗ ren werden dieſelbigen auch ehe vnd mehr denn andere weg⸗ erafft. 3 Fuͤr dem Vngluͤck. Wenn ein Vatter ſich für ſchrecklichem Brand / ſchaͤdlichem Gewaͤſſer / oder gfabricenKrigoverberung⸗ oder