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Christliche Leichenpredigt Vber dem Seligen Abschied, vnnd Begrebnis der Durchleuchtigen Hochgebornen Fürstin vnd Frawen, Frawen Dorotheen Susannen, Gebornen Pfaltzgräuin bey Rhein, Hertzogin zu Sachssen, Landgräuin in Düringen, vnd Marggräuin zu Meyße[n] Weiland des auch Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürsten vnd Herrn, Herrn Johann Wilhelms, Hertzogen zu Sachssen, Christlicher Gedechtnis, nachgelassenen Wittwen : Gehalten zu Salfeldt den 6. Aprilis Anno Domini MDXCII. / Durch M. Johann Fladung Pfarrherrn vnd Superintendenten daselbst
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Solches ſollen wir nun zum dritten meine Allerliebſten zu Hertzen nemen / bedencken vnd erwegen / vnd derhalben als

etrewe fromme Landes Kinder / Vnterthanen vnd Gliedmaſ⸗ fn deß loͤblichen Hauſes zu Sachſen / nicht alleine mit vnſerm liebſten Heupt / vnſerm gnedigſten vnd gnedigen Fuͤrſten vnd Herrn / ſo woldem Fuͤrſtlichem Frewlein ein hertzliches Mit⸗ leiden tragen / Sondern zu foͤrderſt vnſern groſſen Schaden vnd Verluſt in warer Rewe vnd Buſſe erkennen vnd bewei⸗ nen / dañ ja ſo ein Glied / ſonderlich das Heupt / leidet / ſo leiden alle Glieder vnd der gantze Leib mit /). Cor.). Vnd es ſind ja ſchendliche vnd verfluchte Kinder / die vber jhrer Mutter todt nicht trawren / ſondern in denſelbigen ſich frewen.

Vnd werdet oder ſollet jhr ja nicht gedencken / oder weh⸗ nen / es ſey ſolches alſo ohne geferde / oder nach dem Lauff der Natur geſchehen / Dann ja vnſere liebe Landes Mutter / als die noch nicht acht vnd viertzig Jar gentzlichen erfuͤllet / Alters halben noch eine gute Zeit leben / vnd mit jhrem ernſten Gebet / vnd trewem Muͤtterlichem Hertzen vnd Rath / dieſem gantzen Lande vnd Fuͤrſtenthumb viel nuͤtzen vnd frommen konnen / Das ſie aber hinweg genommen / iſt vmb vnſerer Suͤnde / Vn⸗ danck vnd Boßheit willen / die wir dieſe Dorotheam vnd theu⸗ re Gabe Gottes nicht erkennet / geſchehen / Ach HErr vnſere Miſſethat habens ja verdienet / dann vnſer Vngehorſam iſt groß / darmit wir wider dich / O gerechter Gott geſuͤndiget ha⸗ ben / das ſollen wir billich bedencken / Aber wir muͤſſen mit ſchmertzen aus dem go. Pſalm mit Moyſe klagen: Wer gleu⸗ bets aber / das du ſo ſehr zuͤrneſt? Vnd wer fuͤrchtet ſich fuͤr ſolchem deinem Grimñ e Dann es bleibet dabey / wie Eſaias am 57. ruffet: Der Gerechte kompt vmb / vnnd niemand iſt / der es zu Hertzen neme / Vnd heilige Leute werden auffgerafft/ vnd niemand achtet drauff. Ach wer nun weiſe were / vnd ließ jhm zu Hertzen gehen / ſpricht auch Jeremias am neundten Capitel / Werden wir es nicht erkennen / werden wir vns nicht beſſern / werden wir vber dieſes alles der ſtimme detz HRRN nicht gehorchen / So wird tr der HeRR es noch s