Dann einmahl haben ja gewißlichen / alle arme Exules elende Leute / ſonderlich Pfarrherr vnd Schuldiener Witwen vnd Waiſen / hre gemeine zuflucht vnd das gantzeLand jre lie⸗ be getrewe Mutter vnd Großmutter verlohren / Was aber an jhrer lieben Mutter vnd Großmutter arme Waiſen vnd Kin⸗ der verlieren / wiſſen nit / dann nur die allein / welche arme waiß⸗ lein geweſen / oder noch ſind / zu ſagen / Ach G H T T diege⸗ meine Seule iſt abgeworffen / der gemeine vnter Menſchen vnd zwiſchen Menſchen gnadenaltar vnd zugang zu der hohen D⸗ hrigkeit dieſer Lande iſt vmbgemeſſen / das werden / wo dieſen Fall der Barmhertzige Gott nit in Gnaden erſetzen wird / viel mit Schmertzen erfahren vnd beklagen. So haben nicht al⸗ lein vnſere gnedigſte vnd gnedige Fůrſten vnd Frewlein / Son⸗ dern auch wir vnd vas gantze Land den aller getrewſten vnd be⸗ ſten Hoff vnnd Land Rath verlohren ja die rechte wahre Landes Mutter / das trewe Mutterhertz iſt hinweg / Gott erbar me ſich vnſer/gebe / erhalte vnd ſegne vns / den löblichen Cantzler vnd getrewe Raͤthe/ vnd ſtewre vñ wehre durch ſeinen allmech⸗ tigen Arm den Hoffteuffel / allen boͤſen Meulern vnnd falſchen Hertzen· Ach wir haben meine allerliebſten die ftarcke Mawr⸗ welche wider den Riß ſiund gegen dem jornigen vnd eyfferigen Gott / vnd ſeine ſcharffe Ruthe auffhielt / verlohren / die Mawr iſt vmbgeworffen /der Riß ſtehet offen / vnſer getreweſter Im⸗ manuelder HErr Zebaoth wolle dieſen Riß erſetvnd vnz den Geiſt der Gnad vnd des Gebets / vnd trewe ernſte Beter geben. So nun der Heide Metellus NMumiticus nach dem er die Poſt von dem Todt Scipionis Africani gehort / mit trawriger Stim geruffen: Concurritè ciues moœnia urbis noſtræ corru⸗ erunt/ D jhr lieben Buͤrger / kommet /tretet zu hauffe / vnſer Stadtmawt iſt vber einander gefallen / wie viel mehr ſollen wir mit betruͤbten hertzen ruffen / O jr lieben Landes vnnd Stadt⸗ kinder kommet zu hauffe / laſſet vns mit einander fur die Licke treten / die Mawr gegen damzornigen eyfferigen Gott / vnſere kebe Landes Mutier / die ernſtliche fromme Beterin / iſt durch den Todt vmbgeriſſen / vnd hiuweg genommtn. i in A 3 Solches
Druckschrift
Christliche Leichenpredigt Vber dem Seligen Abschied, vnnd Begrebnis der Durchleuchtigen Hochgebornen Fürstin vnd Frawen, Frawen Dorotheen Susannen, Gebornen Pfaltzgräuin bey Rhein, Hertzogin zu Sachssen, Landgräuin in Düringen, vnd Marggräuin zu Meyße[n] Weiland des auch Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürsten vnd Herrn, Herrn Johann Wilhelms, Hertzogen zu Sachssen, Christlicher Gedechtnis, nachgelassenen Wittwen : Gehalten zu Salfeldt den 6. Aprilis Anno Domini MDXCII. / Durch M. Johann Fladung Pfarrherrn vnd Superintendenten daselbst
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