Druckschrift 
Christliche Predigt, Bey der Leiche des Ehrwirdigen vnd Hochgelahrten Herrn: Nicolai Selnecceri, Der heiligen Schrifft Doctoris, vnd gewesenen Superintendenten zu Hildesheim : welcher den 24. Maij, deß Morgens vor Tag vmb 1. Vhr in Christo seliglich zu Leipzig entschlaffen, vnd daselbsten den 26. hernacher in der Pfarrkirchen zu S. Thoma Christlich zur Erden ist bestetiget worden / Gehalten von Georg Müllern, der heiligen Schrifft Doctorn vnd Professorn zu Jena
Entstehung
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wolle ſincken vnd fallen laſſen. Da nimmet er fuͤrnehme Leut hinweg / deren man auch bißweilen ſatt vnd vberdrůſ⸗ ſig wird: Laſſet aber hernach an hre ſtatt kommen / vnnd auffſiehen Mnner / die da verkerte Lehre reden / Regenten Aet 20. die mit Scorpion zuchtigen / vnd in allen Staͤnden ſolche 3 · Re.) Zernittung anrichten / die hernach ſchwerlich widerumb tan zu recht gebracht / vnd dem Verderben geholffen wer⸗ den / inmaſſen jetziger zeit in dieſen Landen die trawrige klaͤgliche erfahrung den augenſchein vns an die. Hid gibt. Ferner laͤſſet auch der gnedige Gott ſeine liebe Außerwelte mancheßmal noch in jren lebʒeiten dalerb vnd Seel noch beyſaien iſt/ einen frolichen Blick ins ewige Leben thun / das yhnen noch vor hrem Abſchied vnd Sterbenßnoten gleichſam ein Vorſchmack des ewigen Lebens / vnnd der Hmnmelßſrewden eroffnet wird / darunter gewißlich gleu⸗ biger Chriſten Hertzen eine merckliche frewde vnd labung / auch mitten in den Sterbenßnoͤthen empfahen můſſen. Daraus man in Eyempeln ſihet / was erfolget/ Das ſie mit Paulo luſt haben abzuſcheiden / vnnd bey Chriſto zu phu. 3. ſein / vnnd mit yhnen heiſſet: Vitam habent in patientia, mortenn in deſiderio Das Leben iſi jnen gleichtam eine lautere Plage vnd Leiden: Sterben iſt yhnen Fred/ vnd lauter gewinn. Vber diß / ſo wiſſen ſich rechtſchaffene Cheiſten aus Gottes Wort demnach auffs beſte zu be⸗ ſcheiden / Das alle jhre Tage auff dem Bnuch des HErrn Pfat: 39 geſchrieben ſind / wie Dauid redet/ Vnd wic Hob ſaget: Job. )3. er Menſch ſeine beſtunpte Zeit hat / vnd die Zahl ſelner Monden bey Gott ſtehet / der ein Zꝛelgeſcht hat/ das der Menſch nicht kan vbergehen. Sonderlech aber haben gleubige Hertzen gefaſſet/ vnnd der heclige Geiſt inn hnen gewircket den Artickel der Aufferſtchung / daraus ſie aller gewiſſeſt verſichert ſind/ das jhr Todt igewith ein