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Anfänge einer mathematischen Fachsprache in Keplers Deutsch / von Alfred Götze
Entstehung
Seite
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Kugel am ehnlichsten ist, dann die Kugel hat gleich- sam vnendtlich vil Fckhe 557; werde Sich derowegen nach solchen Fässern vmbgesehen haben, welche gar vnsichtige Bäuche gehabt und einem Cylinder oder Walger am aller ehnlichsten geresst seind 574. Auch von ähnlichen Kugeln kann nur in diesem ungenauen Sinn gesprochen werden, da im mathematischen Sinn jede Kugel der andern ähnlich ist? haben auch die Authores.. Berichte gethan, vie ein Zeug oder Metall sich gegen dem andern verhalte, etliche nach dem Gericht, etliche nach dem Kaum, etliche auch nach den diametris ehnlicher Kugeln, elche... nur das driitheil so veit von einander Seind, als die Leiber 605. Als Gegenwort steht e e gülig (S. d.) neben ähnlich von Figuren ungleicher Gestalt aber gleichen Flächen- oder Rauminhalts: es seyen dann die Fãsser einander dhnlich, oder ob sie einander nicht dhnlich, dab doch Sonsten die Fassjormen vndereinunder gleichgiltig Seyen 373. Pas Substantiv Aehnlichkeit wie sein Vor- Säner Gleichtörmigkeit fehlen im Weinvisierbuch Schirmer 3; Piur 41 f.).

anstehen v. im Gegensatz zu anstreichen 8. d.) von der Berührung zweier Flächen in einem Punkt: Dann einteder lauffen sie(die Kreise) aussen umb die 4x herumb.. Da gibt jede einen Ring. Oder sie stehen mit dem einen End oder Puncten gleich an die 4x an, da gibi es heschlossene Kinge 526, zweier Körper mit voller Fläche: Wann dann ein runder Walger in einem Cubo stehet, vnd an dessen vier aufgerichte Felder ab- vnd anstreichet, auch bnten vnd oben an der füntfien vnd sechssten Vierung mit eyen Flachen circkelrunden Feldern oder Bõden anstehet 520. Nach derErklärung: Anstehen, inscriptum esse 611 scheint Kepler geplant zu haben, weitergehenden Gebrauch von dem Wort zu machen, das weder in seiner Mundart (H. Fischer, Schwäb. Wb. I 267 f.) noch in der Alltags- sprache seiner Zeit(Wurm, Wörterbuch der deutschen Sprache I 448 f.) entsprechend verwendet wurde. Mög- licherweise schwebte ihm der Brauch der Bergleute vor, die von anstehenden Erzen sprechen(DWb. I 480).

anstreichen v. 1583 hat Fink den Namen tangens