Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
247
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Im Departement de l'Ardéche hat man ge⸗ glaubt, in dieſem Zuſtande dem Thier die Luf aus den Eingeweiden, mittelſt einer Spritze durch den Hintern abziehen zu muͤſſen. Ein Schaaf, behaup⸗ tet man, ſey geheilt worden. Waͤre das Factum richtig und erſt wiederholt wahr befunden, ſo waͤre dies Mittel das leichteſte von allen, denn Sprutzen hat man faſt uͤberall. Man ſollte den Verſuch doch wiederholen und ihn ſelbſt durch das Maul anzu⸗ wenden ſuchen.

Das Thier muß nicht eher freſſen, bis der Panſch zuſammengefallen iſt, und die Erkremente wieder Zuſammenhang haben: man vermehrt nach und nach das Futter, welches im Anfange aus lau⸗ ter nicht blaͤhenden Dingen, z. B. Stroh, Heu, Kleien u. ſ. w. beſtehen muß.

Auch hat man gerathen, den aufgeblähten Thie⸗ ren einen kalten Deeoct von aromatiſchen Pflanzen, z. B. Meliſſe, zu geben, und darin 2 Quentcchen Schwefel⸗Aether zu miſchen. Ich weiß nicht, ob man ſeinen Zweck damit erreicht hat*.

*) Ich kann unmoͤglich verſäumen, ein gegen das Auf⸗ blaͤhen von Schaafen ſowohl als Rindvieh ſouve⸗ raines Mittel hier mitzutheilen, welches Hr. Rohl⸗ wes vorgeſchlagen, und deſſen Wirkung ich oftmals erprobt habe. Es beſteht in nichts als rothem Stein⸗ dl,(Bergoͤl) und Brandtwein, in dem Verhaͤltniß etwa von 1 zu 10 gemengt, wovon man einem Stuͤck Rindvieh etwa 1 Qnart, einem Schaaf vielleicht den vierten Theil, oder die Haͤlfte dieſer Gabe einfloßt,