Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
243
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wetter auf einem Luzernſtuͤck zugebracht haben, doch iſt das Factum ganz genau richtig.

Man hat geglaubt, daß die Grasarten, welche das Aufblähen bewirken, eine toͤdtliche Beſchaffen⸗ heit haͤtten. Es iſt moͤglich, allein ſchon die me⸗ chaniſche Ueberfuͤllung und Ausdehnung kann große Unordnungen veranlaſſen und das Thier erſticken.

Mitunter hat man die Ratur der Pflanzen beſchuldigt, und beſonders von Luzerne und Klee be⸗ hauptet, daß ſie mehr als andre Gewaͤchſe dieſe Be⸗ ſchaffenheit häͤtten. Es ſcheint indeß, als wuͤrden Weitzen⸗Saatfelder, Hafer, Gerſte, Erbſen u. ſ. w. die nemliche Wirkung hervorbringen, wenn man ſie nach Gefallen abfreſſen ließe. In der ehemaligen Caux befeſtigt man die Kuͤhe an Pfloͤcken auf den Kleeſtuͤcken, den einzigen Wieſen, die man dort hat, und ſorgt genau, daß ſie beim Weiterbinden(Tuͤ⸗ dern) nicht zu viel abfreſſen, welches die Folge hat, daß ſelten Kuͤhe aufblahen, obgleich ſie dem Uebel gleichfalls unterworfen ſind.

Die Anzeichen beſtehen in einer merklichen Aus⸗ dehnung des Bauchs und der linken Seite, einem langſamen Gange, Mattigkeit, Stolpern; ſchwerem Athem; und oͤfterem Aufſperren des Mauls. Iſt es ſchon ſehr weit damit gekommen, ſo widerſteht das Thier nur noch wenige Augenblicke, bis es todt hin, fallt. Beim Heffnen des Koͤrpers findet man den Panſch ganz voll Rahrung, und es dringt heftig ein Gas daraus hervor, welches darin eingeſchloſſen war.

Man muß, um ſich dagegen zu ſichern, 1) die

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