Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen

geſund geworden iſt; uͤberhaupt hat er von 20 Thie⸗ ren, die er in 18 Monaten behandelt hat, 9 voll⸗ kommen geheilt. Bis jezt hat er den Trokar gebraucht.

Herr Husard hat bei mir in Paris mit Hrü. Desplas, in meiner Gegenwart im Monat Aprill 1808 einen meiner Zibbe⸗Jaͤhrlinge operirt, der voll⸗ kommen geheilt wurde. Dabei bediente ſich Herr Huzard des Trokars, aber eines veraͤnderten und weniger großen, als des in der Chirurgie w lichen.

Der gehabte Erfolg veee mehr; une wir muͤſſen hoffen, Herr uͤber dieſe Krankheit zu werden. Ich habe mich laͤnger bei ihr als bei andern aufge⸗ halten, da ſie nur durch mechaniſche Mittel ange⸗ griffen werden kann und r S ein ſehr delicater Drt iſt.

Oft koͤmmt es, daß ein Scuuf den Kopf nach der Seite haͤlt, dumm ausſieht und ſich bewegt, ohne daß es drehend deshalb waͤre. Dieſer beaͤngſtigte und unſichere Gang entſteht entweder durch Ver⸗ ſtopfung in der Naſe, oder durch gewiſſe Wuͤrmer, die man oestrus(aestres) nennt, und welche ſich in dem Schleimgange der Naſe und Stirnhoͤhle auf⸗ halten, ich werde weiterhin darauf zuruͤckkommen: alsdann nießt das Thier, es pruſtet haͤufig und ver⸗ liert dicken Sn durch die Maſe*).

*) Dieſe ganz unſchaͤdlichen Larven der Schaafbremſe wa⸗ ren es, welche Herrn Gerike anfänglich verleiteten,