Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
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Schneidet man die Widder zeitig und giebt

ihnen gute Weide, ſo wird ihr Fleiſch vortreflich und unterſcheidet ſich von dem der andern Schaafe

nur dadurch, daß es etwas heller iſt. Dieſe Thiere werden eben ſo fett und geben ſo guten Talg, als die andern. Man hat dies ehemals vj al⸗ kin gkat mit Unrecht.

Von den blos durch Kreuzen veredel⸗ ten Heerden.

Das Kreuzen iſt das erſte Mittel welches ſich zur Veredlung unſter Wolle darbot; Daubenton hatte die erſte Idee dazu gegeben und die Muͤtz⸗ lichkeit bewieſen; das Mittel war einfach, leicht,

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macht jedoch aber auch darauf aufmerkſam, daß

eben daher das Merinosſchaaf auch ſeine Lamm⸗

zahne einige Monate ſpaͤter verliert, ſich uͤberhaupt.

ſpaͤter ausbildet, nicht wie die meiſten franzoͤſiſchen

Racen, mit 14 oder 18 Monaten ſchon, ſondern erſt

mit 18 bis 20, und bisweilen erſt mit 30 Monaten

den Bock verlangt, und daß beide Geſchlechter erſt mit

3 Jahren ausgewachſen ſind. Der Analogie des ge⸗

wöhnlichen thieriſchen Organismus ſind dieſe Be⸗

erkungen aber eigentlich entgegen, die, je mehr

3 gegen Suͤden, je eher, in der Regel der Ausbildung des Thieres ſtatt hat. W.