Druckschrift 
Handbuch für die feinwollige Schafzucht / Auf Befehl des Königl. Preuß. Ministeriums des Innen herausgegeben ; von A. Thaer, Königl. Preuß. Staatsrathe [et]c.
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen

166

verrieth, und auf allen Fall wuͤrde es dem Thie⸗ re nicht geholfen haben. Zuweilen aber kann nur eine Blaſe da ſeyn, und ihre Lage an der Seite ſich dadurch, daß das Schaf den Kopf immernach dieſer Seite haͤlt, dann durch ei⸗ nige Auftreibung der Haut und durch Ein⸗ druckbarkeit des hier duͤnner gewordenen Schaͤ⸗ dels zu erkennen geben. Wenn das iſt, ſo wird das Haar abgeſchoren, und die Operation vor⸗ genommen.

Man hat die Operation mit dem ordentli⸗ chen Ttepan vorgenommen, die Blaſe dann liegen geſehen, und ſie vollig herausgenommen. Aber der Patient iſt faſt immer bald nachher geſtorben. Riem und Reuter haben zuerſt einen Trokar mit einer Canuͤle und Saugſpruͤtze empfohlen. Jener wird eingeſtoßen, heraus⸗ gezogen, die Canuͤle aber darin gelaſſen, und nun mit der in letztere eingeſchrobenen Spruͤtze nicht nur das Waſſer langſam ausgeſogen, ſon⸗ dern auch die dunne Haut der Blaſe hervorge⸗ zogen, gefaßt und heraus genommen. Herr Dr. Gericke hat ſich des Trokars ohne Spruͤ⸗ tze bedient, das Waſſer bloß auslaufen laſſen, und einige Tropſen Morrben⸗Eſſenz einge⸗ tropfelt, der er eine beſondere Wirkung beimißt.

Dieſe Operationen ſind gluͤcklicher abge⸗ laufen, als die mit dem Trepan. Wenn aber die Operateurs die angegebene Zahl wirklich