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Handbuch für die feinwollige Schafzucht / Auf Befehl des Königl. Preuß. Ministeriums des Innen herausgegeben ; von A. Thaer, Königl. Preuß. Staatsrathe [et]c.
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dem Zeitpunkte der Abtrocknung kommt aber die Impſfungsſtelle in neue Bewegung, und faͤngt an zu laufen. Dies erfordert bei der Fmpfung die meiſte Aufmerkſamkeit, indem ſich die Stellen zuweilen entzuͤnden und brandig werden, woran die Thiere ſehr leiden, erlah⸗ men oder gar ſterben. Es ſcheint mir, als ob jene gewohnlich gewaͤhlten, der Erhitzung und Reibung ausgeſetzten Stellen hieran viel Schuld haätten, und als ob dieſes Uebel an andern Stellen viel unbedeutender ſeyn wuͤrde.

Man behandelt die Thiere waͤhrend der Krankheit, ſo wie ich es bei den natürlichen Pocken angegeben habe. Arzneien ſind nicht nbthig. Die aufruͤhriſch gewordenen Impſ⸗ ſtellen muͤſſen aber mit einem ſtarken Kamillen⸗ blumenaufguß, worin man etwas blauen Vitriol aufloͤſt, oft ausgewaſchen, und dann mit der Salbe aus Eygelb und Terpentin, der man etwas fein gepulverte Kohle zuſetzt, beſtrichen oder verbunden werden.

Die Materie iſt am wirkſamſten und ſicher⸗ ſten, wenn man ſie unmittelbar aus einem kran⸗ ken Schafe nehmen kann. Indeſſen kann man auch Materie von einem andern Hrte, jedoch ſo friſch wie moͤglich, herkommen laſſen, um die Krankheit zuerſt hervorzubringen. Es iſt dann am beſten, Faden damit zu beſchwaͤngern, und dieſe in ein wohl verſchloſſenes Glas zu thun.