150
durch Anſteckung fortpflanzt. Einige Gegen⸗ den ſind bisher mehr wie andere derſelben aus⸗ geſetzt geweſen, aber keine iſt dafuͤr ſicher. Es bedarf hier keiner unmittelbaren Beruͤhrung, ſondern die Anſteckungsmaterie geht auch als Dunſt durch die Atmoſphaͤre von einem Koͤr per zum andern uͤber. Wie weit ihr Dunſt⸗ kreis reiche, läßt ſich noch nicht beſtimmen.
Eine Herde wird ſelten auf einmal damit befallen, ſondern zuerſt nur wenige Stuͤcke, dieſe ſtecken andere an, und dieſe dann mehre⸗ re; ſo daß mehrere Monate daruͤber hingehen⸗ ehe ſie durchgegangen iſt. Zu Anfang und zu Ende pflegt die Epidemie am gelindeſten, in der Mitte am gefährlichſten zu ſeyn. Dieſe Krankheit hat mit den ordentlichen Pocken der Menſchen eine hoͤchſt auffallende Aehnlichkeit, ſo daß manche dadurch bewogen wurden, das Gift beider fuͤr gleichartig zu halten. Allein die Uebertragung deſſelben aus einem Korper in den andern hat nach gemachten Verſuchen keine Wirkung gehabt.
Die Krankheit hat, wie die menſchlichen Pocken, vier Zeitraume:
1) Die Erregungsperiode, wo ſich die Materie mittelſt eines Fiebers im Koͤrper bil⸗ det. Die Thiere äußern mehr oder minder alle Merkmale einer fieberhaften Krankheit, ſie ſind matk, freſſen nicht, das Widerkaäuen hort auf,


