18 Die Saqt.
Wenn aber eine zweckmäßige Abänderung gemacht wird, in der Art des Saͤens ſowohl, wodurch eine gleichmaßigere Vertheilung bewirkt wird, als in der Art des Unterbringens, wodurch man jedes Korn in ſeine rechte Lage bringt und ſein Gedeihen mehr ſichert; wenn zugleich der Zuſtand des Ackers eine ſtarke Beſtaudung zuſagt; ſo kann, wie von ſelbſt einleuchtet, und wie unzaͤhlige Er⸗ fahrungen beſtätigt haben, eine ſehr große Saaterſparung von mehr als der Hälfte gemacht werden.
Eine geringere Saaterſparung, ſo daß: man mehr als 14 Meten aus⸗ ſäet, findet ſtatt, ſobald man nur einer guten Vertheilung, eines ziemlich voll⸗
ſtändigen Aufgehens und einer guten Beſtaudung ſicher iſt. Iſt das Gegentheil,
ſo muß man uͤber das gewoͤhnliche Maaß binausgehen.
Es wird alſo das Weniger oder Mehr der Ausſaat beſtimmt:
a) durch die Geſchicklichkeit des Säemanns, von welcher man eine mehr oder minder gleichmaͤßige Vertheilung der Saat uͤber alle Stellen erwarten kann.
b) Durch die Guͤte der Saat, ob ſie nämlich ſo ſey, daß von den beiweiten mehrſten Koͤrnern geſunde und ausdaurende Pflanzen erwartet werden duͤrfen.
o) Durch guͤnſtige oder unguͤnſtige Witterung zur Saatzeit, und den der Saat mehr oder weniger angemeſſenen Feuchtigkeitszuſtand.
5 Durch die groͤßere oder geringere Gaarheit und Klarbheit des Ackers, welche die Keimung und Anwurzelung der Pflanzen mehr oder minder beguͤnſtigt.
e) Durch die Kraft des Bodens und ſeine Angemeſſenheit fuͤr die Frucht, in ſo fern dieſe nämlich die ſtarke Beſtaudung und das Aufkommen der pflanzen beguͤnſtigt.
) Durch die fruͤhe oder ſpaͤte Saatzeit, indem naͤmlich jene die Beſtaudung der Pflanzen erlaubt, bevor der Trieb zum Schoſſen, bei jeder Pflanze zu einer gewiſſen Jahrszeit, eineritt. Dieſer Umſtand iſt von ſo großer Wichtigkeit, daß man z. B. vom Stauden⸗Rocken im Julius um die Haͤlfte weniger als im Oktober einſaͤen darf.
Hiernach wird ſich der verſtaͤndige Landwirth bei der Verminderung oder
Vermehrung ſeiner Ausſaat richten, unbekuͤmmert um die Streitfrage, ob man ſtarken Boden— und ſchwachen Boden— oder beſüen muͤſſe.


