Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
16
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Staͤrke der Einſaat.

16 Die Saat.

Außer der Natur des Saamens, kommt es aber bei der Tiefe, worin der Saamen zu liegen kommen ſoll, oder bei der Auswahl dieſer Unterbringungsme⸗ thoden auf den Zuſtand des Bodens und der Witterung an. Bei der Duͤrre koͤnnte und muͤßte jede Saat ſtaͤrker bedeckt werden als bei der Naͤſſe. Hiernach muß man ſich allerdings richten, jedoch mit Vorſicht Extreme vermeiden, weil die Witterung ſich nach der Einſaat ſchleunig umaͤndern kann, und eine tiefer unter⸗ gebrachte Saat bei neu erfolgenden heftigen Regenguͤſſen erſtickt werden koͤnnte. Der Erſtirpator oder eine aͤhnliche Maſchine gewaͤhrt bei der Unterbringung der meiſten Saaten die groͤßte Sicherheit, indem ſie dadurch auch aufs ſchleunigſte und nach Gefallen flacher oder tiefer bewirkt werden kann. Wir werden die Na⸗ tur jeder Saat in dieſem Stuͤcke beſonders bemerken. Hier fuͤhren wir nur z⸗B. an, daß unter den gebraͤuchlichſten Saaten, Huͤlſenfruͤchte, Weizen, Gerſte und Hafer eine tiefere Unterbringung, Rocken und Buchweizen nur eine flache ertragen koͤnnen, und daß das Unterpfluͤgen der lettern, wenn nachher feuchte Witterung eintritt, immer gefaͤhrlich ſey.

Einige haben, um ſicher zu gehen, die Maaßregel angenommen, die Hälfte der Saat unterzupflugen und die andere Haͤlfte auf die rauhe Furche zu ſaͤen. Bei der Winterung halte ich dies fuͤr unbedenklich und zuweilen ſelbſt vortheilhaft, wenn man die doppelte Arbeit daran wenden will. Bei der Soͤmmerung habe ich aber einen ſehr uͤblen Erfolg davon bemerkt, indem die Saat zweilaͤufig wurde und in der ganzen Vegetationsperiode zweiwuͤchſig blieb.

Die Unterbringung der feinern Saamen, z. B. des Klees, erfordert am meiſten Aufmerkſamkeit, da ſie ſo leicht, ſelbſt mit der Egge, zu tief eingezogen werden koͤnnen und dennoch zu ihrer Keimung einige Umgebung mit Erde, wenn die Witterung ihnen nicht uͤberaus guͤrig iſt, erfordern; woruͤber das Weitere in der Lehre vom Anbau ſolcher Fruͤchte. 5

F. 11.

Unter allen Fragen iſt die, uͤber die Staͤrke der Einſaat des Getreides, und unter welchen Umſtänden und Bedingungen eine ſtaͤrkere oder ſchwächere rathſam ſey, am ſtreitigſten. Da die Begriffe einer ſtarken und ſchwachen Einſaat nur relativ ſind, ſo muͤſſen wir zuvor den einer mittleren oder gewoͤhnlichen beſtim⸗ men; und dies iſt nicht ſchwierig, da wir in Anſehung des gewoͤhnlichen Aus ſaats⸗

Quan⸗