Die Saat. 15
Vormals ſpielte der Mond bei der Auswahl der Saatzeit eine große Rolle, und gewiſſe Saamen mußten beim zunehmenden, andere beim abnehmenden Lichte in die Erde gebracht werden. Man hatte die daruͤber angenommenen Re⸗ geln beinahe vergeſſen, wie neulich ein erfahrner und geſchickter amerikaniſcher Gaͤrtner nach ſeinen Erfahrungen die Meinungen hieruͤber wieder in Anregung brachte und mehrere Englander ihm darin beipflichteten. Ein Phyſiker will dem zu Folge die Wirkung des Mondes dadurch erklaͤren, daß den eben aufkeimenden Pflanzen die ununterbrochene Reizung des Lichtes in mondhellen Nächten nach⸗ theilig werden koͤnne, da wir wiſſen, daß allen Pflanzen in dieſem Zuſtande das Licht nicht vortheilhaft ſey. Wir warten billig aber mehrere Beſtätigungen durch genaue Beobachtungen und Verſuche ab, bevor wir uns beſondere Ruͤckſicht darauf zu nehmen entſchließen.
F. 10.
Jeder Saame darf nur eine ihm angemeſſene Bedeckung mit Erde haben. unterbrin⸗ Iſt dieſe fuͤr ihn nicht zu ſtark, ſo liegt er allerdings in einer groͤßeren Vertiefung beſſer, weil er daſelbſt die noͤthige Feuchtigkeit findet und auch in ſeinen jungen Wurzeltrieben nicht zu verdorren oder von Erde entbloͤßt oder durch den Froſt herausgehoben zu werden Gefahr laäuft. Aber eine zu ſtarke Bedeckung kann ſeine Keimung ganz verhindern, oder doch das Hervortreten ſeines Saamenblatts erſchweren und unterdruͤcken. Im allgemeinen kann man annehmen, daß, je groͤßer die Saamenkoͤrner ſind, ſie eine deſto ſtärkere Bedeckung ertragen; wo⸗
gegen feine Saamen nur aͤußerſt flach bedeckt werden duͤrfen.
Beim Ackerbau unterſcheidet man daher drei Arten von Unterbringung der Saat, naͤmlich: 3
a) das Unterpfluͤgen,
b) das Aufſäen auf die rauhe Pflugfurche und Eineggen,
c) das Aufſaͤen nach der abgeeggeten Furche und nochmaliges Ueberziehen mit der Egge oder Walze nach der Ausſaat.
Hierzu kann man
4) noch das Unterbringen mit dem Exſtirpator oder einer aͤhnlichen Ma⸗ ſchine zaͤhlen.
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