4 Einleitung.
des Thiers muß da ſeyn. Der Produzent wie der Fabrikant muß es auffuchen, und jener wie dieſer es mehrentheils herbeiſchaffen und oftmals kuͤnſtlich vor⸗ bereiten. Nur aus den ſchon vorhandenen Stoffen kann Produktion wie Fa⸗ brikation, indem ſie ſolche zerſetzt und zu neuen Formen ihre Pro⸗ dukte erzeugen.
Dieſe Umbildung aber, ſagt man, geſchehe bei der Produktion durch die Kraft der Natur, bei der Fabrikation nur durch die Kraft und Kunſt der Menſchen. Aber auch bei der Fabrikation wirkt der Menſch nur durch den Gebrauch der Naturkraͤfte, und wuͤrde ohne ſie wenige Fabrikate hervorbrin⸗ gen. Bei einigen leitet er ſie zwar mehr und wendet ſie ganz nach ſeiner Willkuͤr an, bei andern muß er die Natur ganz nach ihren eigenen Geſetzen wirken bei allen denen, naͤmlich wo ein chemiſcher Prozeß erforderlich iſt, z. B. bei der Faͤrberei, der Wein⸗, Bier⸗, Branntwein⸗ u. ſ. f. e gung, wo er dieſe Naturwirkung nur ordnen und moderiren kann.
Aber, wird man ſagen, die Natur hat doch an der Produktion einen weit größern Antheil wie an der Fabrikation? Freilich, wenn die Natur nur fuͤr beſchraͤnkte Zwecke und Beduͤrfniſſe produziren ſoll!— Auf einen menſchenleeren Boden kann die Natur ſo viel produziren, daß die Sammlung der Fruͤchte und die Erlegung des Wildes zureicht, um einzelne umherſtreifende Horden zu ernaͤhren; aber faſt nur in jenen guͤnſtigen Klimaten, wo der Menſch urſpruͤnglich heimiſch zu ſeyn ſcheint. So wie er das Paradies verließ und ſich mehr uͤber die Erde verbreitete, mußte er mit Dornen und Diſteln kaͤm⸗ pfen, und ſein Brod im Schweiße ſeines Angeſichts eſſen, d. h. Arbeit und Kunſt auf die Produktion ſeiner Beduͤrfniſſe verwenden. Aus jenen guͤnſtigen Klimaten mußte er die nahrhafteren Kornarten ſo wie ſeine Hausthiere mit⸗ nehmen, und mit Sorgfalt und Kunſt ſie an die neue Heimath gewoͤhnen, wo er ſich ſelbſt anſiedelte. Und ſo wie ſeine Beduͤrfniſſe mit ſeiner Vermeh⸗ rung und ſeiner Kultur ſtiegen, ward immer mehrere Kunſt und Arbeit nothig, ſo daß gegenwaͤrtig bei den kultivirteren Nationen der Ancheil der letzteren an der erzeugten Produktenmaſſe gegen den Antheil der Natur gewiß nicht geringer iſt, wie bei den meiſten Fabrikaten. Und ſo mit faͤllt auch jene Behauptung
vom groͤßeren Antheile der Kunſt bei der Fabrikation von ſelbſt weg. Und


