Die Ackerwerkzeuge. 27
mit ſeiner Schaͤrfe, und die Laſt wird dadurch dem Zugviehe ungemein erſchwert. Deshalb pflegt bei den Raͤderpflügen die Griesſäule in dem Pflugbaum nicht feſt ein⸗ gezapft, ſondern nur verkeilt zu ſeyn, und auch das hintere Ende hat Beweglichkeit an dem Sterz, um den Pflug umkeilen zu koͤnnen. Hier pflegen aber die Pflugfuͤh⸗ rer zur groͤßten Laſt des Zugviehs leicht eine falſche Verkeilung vorzunehmen, und dem Schaar eine zu ſtarke Tendenz in dem Boden zu geben, weil ſie alsdann ſicher ſind, daß ihnen der Pflug nicht aus dem Lande herausſpringe. Zu tief ins Land kann ihnen deſſen ungeachtet der Pflug nicht gehen, weil der Baum vorn auf dem Pflug⸗ geſtelle ruht. Er druͤekt dänn aber mit großer Gewalt auf dieſes Pfluggeſtell, und erſchwert die Laſt dadurch noch mehr. Dies kann ſo weit gehen, daß der Baum da, wo die Zugkette angebracht iſt, in ſchwerem Boden brechen muß. Beim Raͤderpfluge bemerkt man dieſe falſche Stellung des Pflugbaums nicht ſo leicht; beim raͤderloͤſen Pfluge ſuͤhlt man ſie ſogleich, und es wird dem Fuͤhrer hoͤchſt beſchwerlich, ihr entge⸗ gen zu wirken.
Die Länge des Baums iſt ſowohl bei dem Rader⸗ als raͤderloſen Pfluge verſchie⸗ den. Je laͤnger er iſt, oder je entfernter der eigentliche Zugpunkt von dem Köoͤrper des Pfluges, um deſto ſtaͤter geht der Pflug, weil naͤmlich bei einer ſehr kleinen Ver⸗ ruͤckung des Schaars die Spitze des Baums ſchon einen ſo viel groͤßern Bogen ma⸗ chen muͤßte. Allein durch ſeine Laͤnge wird auch der Baum ſchwaͤcher, und je länger er iſt, um deſto ſtarker muß er ſeyn. Der Baileyſche Pflug hat einen viel längern Baum als der Smalſche. Dies iſt eine zweite Urſache, warum der letztere der Ausweichung weit ſtäͤrker ausgeſetzt iſt, und er muß auch deshalb in ſeinen Verhäaͤlt⸗ niſſen ſo ſehr genau conſtruirt ſeyn, weil die Kraft des Zuges um ſo weniger einen Fehler der Direktion verbeſſern kann. Es wird aber auch durch keine Gewalt der Baum an dieſem Pfluge brechen koͤnnen, wie es doch wohl beim Baileyſchen moͤglich iſt. Beim Raͤderpfluge iſt der Pflugbaum gewoͤhnlich länger, als man ihn in der Regel gebraucht, und er ſteht uͤber das Vordergeſtell noch betraͤchtlich hinaus. Der Punkt, womit der Baum auf dem Geſtelle liegt, kann nach Willkuͤhr vom Pflug⸗ körper mehr entfernt oder ihm naͤher gebracht werden. Im letztern Falle wird dadurch die Spitze des Pfluges gehoben, im erſtern mehr geſenkt. Er hat naͤmlich verſchie⸗ dene Loͤcher, wo mittelſt eines eingeſteckten Pflocks oder Nagels der Ring der Zug⸗ kette befeſtigt wird.
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