270 Mineraliſche Duͤngungsmittel.
ſich darin im freien und kohlenſauren oder in ſchwefel⸗, phosphor⸗ und eſſigſauren Zuſtande. Sie enthaͤlt mehrentheils einen betraͤchtlichen Zuſatz von Eiſenoryd und zuweilen auch von Vitriol, wenn dieſer durch heſtige Glut nicht zerſetzt iſt.
Nach der Verſchiedenheit dieſer Beſtandtheile richtet ſich wahrſcheinlich die Ver⸗ ſchiedenheit ihrer duͤngenden Kraft, die man von ihrer Aufbringung auf Aecker und Wieſen hier und dort bemerkt hat. Allein wir haben noch zu wenig Analyſen der Torfaſche mit Ruͤckſicht auf dieſe duͤngende Kraft, als daß man etwas ſicheres daruͤber
ſagen koͤnnte. Die leichte und lockere Aſche hat man allgemein wirkſamer wie die
ſchwere gefunden; ohne Zweiſel, weil letztere zu viele Kieſelerbe hatte. Einige ge⸗ ben der weißen und grauen, andere der roͤthlichen einen Vorzug. Die letztere Farbe ruͤhrt vom Eiſenoryd her. Ich habe von einer rothbraunen, ſehr viel Eiſen aber auch
viel Kieſelerde enthaltenden Aſche, faſt mehr nachtheilige als vortheilhafte Wirkun⸗
gen geſehen(vergleich Hermbſtaͤdts Archiv der Agrikulturchemie, S. 354.), wes⸗ halb ich bisjetzt nicht glauben kann, daß dem Eiſenoryd eine vortheilhafte Wirkung beizumeſſen ſey. Es verdient die Sache aber noch genauere Aufmerkſamkeit in Ge⸗ genden, wo vieler Torf gebrannt wird. Denn hier wendet man die Aſche um ſo mehr
zum Duͤnger an, da ſie zu andern Behuf nicht benutzt werden kann.
Verbrennuns
der Stoppel
In einigen Gegenden von England und Holland brennt man aber auch den Torf
bloß um des Duͤngers willen zur Aſche. Betraͤchtliche Torfmoore, die keinen Abſatz
ihres Torfes als Feuermaterial haben, werden dazu benutzt. Man füͤhrt Oeſen von Steinen oder Lehm auf, legt unten auf den Roſt erſt trocknen Törf, daruͤber aber friſchen naſſen Torf, ſo wie er aus dem Moore geſtochen wird. Erſterer wird ange⸗ zundet, die Glut trocknet den naſſen Torf aus, und theilt ſich ihm bald mit, ſo daß
ſie hernach beſtandig erhalten werden kann, faſt ohne daß man trocknen Torf wieder
zuzulegen nothig haͤtte. Man ſucht nämlich dieſe Glut gehoͤrig zu maͤßigen, weil Jedermann uͤberzeugt iſt, daß die⸗Aſche viel von ihrer duͤngenden Wirkung verliere, wenn ſie mit zu großer Heftigkeit gebrannt wuͤrde. Die Aſche wird unter dem Roſte herausgezogen, und ſo dauert der fabrikwaͤßige Betrieb immer fort, indem die bereitete Aſche weithin geholt wird.
5. 93. Man hat der Aſche, verbunden mit der Wirkung des Feuers, in England
und des Stro⸗ neuerlich eine ſo große Kraft zugeſchrieben, daß man den Rath gegeben, nicht nur
hes auf dem Acker.
die hohe Stoppel, die man gewoͤhnlich vom Getreide ſtehen laͤßt, anzuzuͤnden, ſondern auch das ſaͤmmtliche Stroh uͤber den Acker geſtreut zu verbrennen, und


